Die streckenmäßig kürzeste Wallfahrt der Herzogenauracher Katholiken führte wieder nach Veitsbronn. Das Besondere daran ist, dass eine protestantische Kirche das Ziel einer katholischen Wallfahrt ist.

Veitsbronn gehörte ursprünglich zum Pfarrsprengel von Herzogenaurach und wurde von den Herzogenauracher Kaplänen betreut. 1529 nahm es die evangelische Konfession an. Als die Bewohner evangelisch geworden waren, versuchten sie, mit der Heiligenverehrung auch ihre Muttergottesstatue in ihrer Kirche zu entfernen, so die Sage. Sie brachten ihr Bild während der Nacht nach Herzogenaurach und stellten es auf die steinerne Brücke mit den Worten, sie solle die Häuser der Herzogenauracher Bürgern hüten.

Wundertätiges Muttergottesbild

Aber, o Wunder, am kommenden Morgen stand die Gottesmutter wieder auf ihrem Seitenaltar in der Veitsbronner Kirche. Es geschah öfter, dass während der Nacht das gleiche Spiel getrieben wurde. Seit dieser Zeit hängen die Veitsbronner wieder an ihrem wundertätigen Muttergottesbild.

Die Wallfahrt der Herzogenauracher nach Veitsbronn hat also Wurzeln, die auf die Zeit vor der Reformation zurückgehen. Die Wallfahrt wurde nie komplett eingestellt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die Wallfahrt von Herzogenauracherinnen wieder als gemeinsame Wallfahrt der Gläubigen durchgeführt werden. Die Herzogenauracher pilgerten jährlich im Mai mit der Unterstützung einer Musikkapelle nach Veitsbronn. Einer der beiden Herzogenauracher Kapläne hielt in der Kirche von Veitsbronn die Andacht ab.

Am Himmelfahrtstag machten sich die Gläubigen nun wieder auf den Weg, um die Kirche in Veitsbronn zu besuchen. Die Wallfahrt nahm ihren Ausgang um 12.30 Uhr bei St. Otto, die Fußwallfahrer machten sich um 13 Uhr in Burgstall auf den Weg. Die Gebets- und Liedtexte trugen Susanne Beierl und Christoph Lippert vor. Kurz nach 14.30 Uhr erreichten die Fußwallfahrer die Kirche in Veitsbronn, wo eine Andacht gehalten wurde.

Organisatorin Susanne Beierl bedankte sich nach der Andacht bei der evangelischen Gemeinde für die erwiesene Gastfreundschaft, bevor die Pilger zur katholischen Heilig-Geist-Kirche zogen, um dort mit Kaplan Tobias Löffler eine Messfeier abzuhalten, ehe sie der Weg nach einer Einkehr wieder nach Herzogenaurach führte. maw