Eigentlich ist Adelsdorf bereits im Besitz einer Chronik, zusammengestellt von Michael Graf von Matuschka, jedoch gibt es laut Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) einen Zeitraum, der nicht so gut beleuchtet ist. Primär geht es dabei um die Zeit des Zweiten Weltkriegs.

Kreisheimatspfleger Manfred Welker aus Herzogenaurach, der unter anderem bereits eine Chronik für Sterpersdorf verfasst hat, stellte am Mittwochabend im katholischen Pfarrzentrum in Rahmen der Sozialausschusssitzung seine Ideen für eine Fortführung der Chronik vor. „Das ist ein Kapitel in unserer Zeit, das man nicht außen vor lassen sollte“, stellt Welker fest. „Es gibt durchaus noch Zeitzeugen, aber die werden immer weniger. Wenn man sich da reinkniet, stellt man fest, dass jede Ortschaft ihre Geschichte hat.“ Mit Uttstadt und Nainsdorf hat er bereits Kontakt hergestellt, um an Zeitzeugen zu kommen, er weiß aber auch, dass dies kein einfaches Unterfangen wird. Aber „solange die Zeitzeugen noch da sind, sollte man sie nutzen“.

„Wir wollen unsere Ortsteile weiterentwickeln, umso wichtiger ist es, dabei auch in die Vergangenheit zu schauen“, brachte Günter Münch (FW) es auf den Punkt. „Es ist höchste Zeit, dass wir weitermachen, das ist wichtig für die zukünftigen Generationen, dass man die Vergangenheit betrachtet. Wir müssen uns weiterentwickeln in die Vergangenheit.“ Zeitzeugen dürfen sich gerne unter der E-Mail-Adresse chronik@stiftung-schloss-adelsdorf.de melden, welche die Gemeinde eingerichtet hat. Die Chronik in Händen halten wird man jedoch erst in etwa drei bis vier Jahren, solange dauert es nämlich, alles zusammenzutragen, zu sichten, zu schreiben und gegenzulesen.

Senioren brauchen Treffpunkt

Räumlichkeiten für einen Generationentreff zu schaffen ist dem Adelsdorfer Seniorenbeirat ein Anliegen. „Wir vertreten die Senioren , aber wir merken, dass wir an den Raumkapazitäten scheitern“, erklärt die stellvertretende Vorsitzende Gabriele Kullmann. „Wir brauchen Raum für Senioren , um die Vereinsamung zu reduzieren. Wir werden immer wieder angesprochen: Wann können wir uns mal wieder treffen?“, erläuterte Kullmann ihren Antrag mit Vehemenz, Nachdruck und einer Menge Herzblut. „Freizeit zu gestalten sollte nicht nur Kindern und Familien möglich sein. Es muss bekannt werden, dass Senioren auch attraktiv sind für die Gemeinde. Die haben Adelsdorf entstehen lassen!“

Mit der Awo verhandeln

Barrierefreiheit ist das Zauberwort, denn daran scheitert es beispielsweise im Schloss, so dass Senioren nicht an Kursen der VHS teilnehmen können. Fischkal führte die Aischgrundhalle und das Pfarrzentrum an, die aber nur bedingt genutzt werden könnten. „Ich möchte auf ein Gebäude raus“, sagte er dann, „das Awo-Gebäude in der Fabrikstraße.“

Barrierefreiheit liege dort momentan zwar nicht vor, doch könnte Fischkal sich einen Scherenaufzug vorstellen, „so dass man mit diesem Gebäude eine möglichst gute Barrierefreiheit hinkriegt.“ Dafür wolle man sich mit der Arbeiterwohlfahrt zusammensetzen.

Kullmann findet jedoch, dass ein Seniorentreffpunkt direkt in die Gemeinde gehört, in die Nähe des Marktplatzes . „Die Senioren sollen sichtbar sein. So wie Jugendliche sich in einem Jugendzentrum treffen können, muss es doch auch möglich sein, dass Senioren sich treffen können!“ Auch auf die Möglichkeit einer Förderung für Begegnungsräume weist sie hin.

Die Wichtigkeit einer zentralen Stelle wurde von Münch unterstrichen. Michael Auer (Grüne) hält neben den Vorschlägen Fischkals auch das Brenner-Haus für eine Option. „Da gibt es keine Heizung, keine Toiletten“, hielt Fischkal ihm entgegen. Den Vorschlag Auers, das Brenner-Haus an das Nahwärmenetz anzuschließen, konterte Fischkal: „Wir können nicht in ein Gebäude, wo wir nicht wissen, wie es weitergeht. Und wir bräuchten trotzdem eine Heizung.“ Letztlich wurde beschlossen, sich mit der Awo zusammenzusetzen und die Möglichkeiten auszuloten.