„Es geht um Millionen, und keiner ist da, der uns aufklären kann“, kritisierte Reinhard Kirchner in der letzten Sitzung des Jahres des Marktgemeinderats Mühlhausen . Es stand die Verabschiedung des Haushalts an – des diesjährigen.

Der Etat wurde verabschiedet, wenn auch ohne vier Stimmen aus den Reihen der Freien Wähler . Zweiter Bürgermeister Alexander Schüpferling hatte schon eingangs deutlich gemacht, dass er diesem Haushalt nicht zustimmen werde. Ralf Geyer, Daniel Wagner und Reinhard Kirchner schlossen sich der Meinung des Bürgermeister-Stellvertreters an. Geyer ließ hören, dass er sich gerne noch ausführlicher mit dem Gemeindeetat befassen würde. Seiner Meinung nach hätte man den Haushalt im neuen Jahr noch einmal auf die Tagesordnung setzen sollen. Ein solches Vorgehen wäre allerdings nicht nur äußerst ungewöhnlich, sondern hätte möglicherweise auch unangenehme Folgen. „Wenn wir bis zum Jahresende keinen Haushalt haben, kann es sein, dass wir keine Rechnungen mehr bezahlen dürfen“, gab Bürgermeister Klaus Faatz Bescheid.

Verteuerung des Kitaneubaus

Dabei stehe der Gemeindehaushalt bereits seit September, wie VG-Kämmerer Tobias Weiß im Gespräch mit dieser Zeitung betonte. Dann habe er jedoch die Verteuerung des Kindergartenneubaus unterbringen müssen. Denn im September hatten sich die Räte für eine Ausführung des Neubaus in Holzständerbauweise entschieden. Bis auf die Kosten des Kindergartens sei alles unverändert und in der Haushaltsvorberatung auch diskutiert worden, erklärte Faatz. Da der Kämmerer verhindert war, legte der Bürgermeister den Haushalt nun selbst vor.

Der Etat ist geprägt vom Neubau des Kindergartens. Der auf Kosten von 4,9 Millionen Euro geschätzte Neubau wird im Umfeld der Schule entstehen. In den Haushalt 2021 hat der Kämmerer 500 000 Euro für die Maßnahme eingestellt.

In den kommenden Jahren sieht die Finanzplanung drei Millionen Euro für 2022 und weitere 1,4 Millionen für 2023 vor. Wie Bürgermeister Faatz im Gespräch mit dieser Zeitung wissen ließ, werden aus verschiedenen Fördertöpfen Zuschüsse in Höhe von 2,6 Millionen Euro für den Bau der Betreuungseinrichtung erwartet.

Kanalsanierung schlägt zu Buche

Ein weiterer großer Brocken bei den Investitionen im diesjährigen Haushalt ist die Kanalsanierung, die mit 542 000 Euro zu Buche steht. Mit 425 000 Euro hat der Kämmerer den Gemeindeanteil für den Straßenbau im Rahmen der Dorferneuerung eingeplant.

Eine Kreditaufnahme ist zum Ausgleich des Haushalts nicht notwendig. Dafür werden 491 000 Euro aus den Rücklagen entnommen. Danach hat Mühlhausen noch eine gute Million auf der hohen Kante. Auch diese wird wohl im nächsten Jahr bis auf etwa 100 000 Euro aufgebraucht werden.

Bei den Schulden steht die Marktgemeinde Ende 2021 mit 655 Euro pro Einwohner recht gut da. Allerdings rechnet der Kämmerer wegen des Kitaneubaus für den Haushalt 2022 mit einer „erheblichen“ Kreditaufnahme.