Als vor rund einem Jahr die Corona-Pandemie ihren Anfang nahm, gab es in Deutschland sehr schnell Versorgungsengpässe mit Schutzmasken. Das Bundeswirtschaftsministerium vermerkte seinerzeit eine hohe Abhängigkeit von medizinischen Schutzprodukten, die in Fernost gefertigt werden. Folgerichtig empfahl das Ministerium , die einseitige Abhängigkeit von Maskenimporten zu verringern.

Die Sozialen Betriebe Laufer Mühle fühlten sich von diesem staatlichen Aufruf aufgefordert, einen wichtigen Gesellschaftsbeitrag zu leisten. Mit einer Maskenproduktion, so die Idee, sollten einerseits die Versorgungsengpässe minimiert, andererseits neue Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen eingerichtet werden.

"Freilich erhofften wir uns von staatlicher Seite eine gewisse Unterstützung beim Aufbau", sagt Michael Thiem, Geschäftsführer der Sozialen Betriebsstätten. Er nahm Kontakt zum bayerischen Wirtschaftsministerium auf. Doch von dort kamen "höflich und nett formulierte Absagen mit freundlichen Grüßen".

Zusammenarbeit mit TH Nürnberg

Grund genug für das innovative Sozialunternehmen, "alle Hebel in Bewegung zu setzen, um unser Vorhaben dann halt ohne staatliche Mithilfe umzusetzen", erklärt Günter Münch, der für die Arbeitsprojekte der Laufer Mühle an sieben Standorten Verantwortung trägt. In Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Nürnberg um Professor Rüdiger Hornfeck wurden deshalb Strategien überlegt, wie der Aufbau einer eigenen Produktlinie gelingen kann. Studenten fertigten Bachelorarbeiten speziell zu den Themen "maschinelle Ausstattung", " behindertengerechte Arbeitsplätze", "Absatzmarkt in Deutschland" und "Zertifizierung/Qualitätsmanagement" an.

Parallel dazu gewann die Laufer Mühle mit der Firma Bosch in Stuttgart einen weiteren Förderer und Unterstützer. Sie spendete die Materialien für zwei Teilautomaten und berieten bei der technischen Instandsetzung . Bosch wollte damit die soziale Zielsetzung, spezielle Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung aufzubauen, unterstützen.

Spende über 20 000 Euro

Mit einer großzügigen Spende von über 20 000 Euro ermöglicht nun die Manfred-Roth-Stiftung, vertreten durch Vorstand Wilhelm Polster und Stiftungsrat Klaus Teichmann, dass die hygienischen und räumlichen Bestimmungen für die Produktion umgesetzt werden können. red