Am Abend des 1. Mai feierten die Gläubigen in coronakonformem Abstand in St. Laurentius in Aisch die erste feierliche Andacht zur Ehre Mariens, der Maienkönigin.

Lieder wie „Maria Maienkönigin“, „Gegrüßet seist du Königin“, „Kommt Christen , kommt zu loben“ und mehr werden normalerweise mit Begeisterung von der Gemeinde gesungen. Aber Corona verbietet den Volksgesang. Jedoch erklangen von der Empore herunter die beliebten Marienlieder, gesungen von einigen Sängern aus dem Aischer Kirchenchor, begleitet von der Orgel.

„Wir stellen unser Land, unseren Ort und die Familien bewusst gerade in dieser Zeit unter den Schutz Mariens“, so Pfarrer Thomas Ringer. Sie habe auf Gott vertraut. „Sie ist für uns Vorbild des Glaubens und des Vertrauens. Maria, lehre uns Vertrauen, wie du vertraut hast!“, so Ringer.

Die Marienverehrung hat schon eine lange Tradition. Der Mai ist in der römisch-katholischen Kirche seit der Barockzeit in besonderer Form von marianischer Frömmigkeit geprägt. Am 1.Mai 1841 feierten französische Ordensschwestern vom Guten Hirten im Konvent Haidhausen bei München die erste Maiandacht auf deutschem Boden. Für 1842 ist sie in Aachen bezeugt, und bis 1860 hatte sie sich in der katholischen Bevölkerung zur bedeutendsten marianischen Andachtsform entwickelt. Im ersten Weltkrieg stellte Ludwig III. Bayern unter den Schutz Mariens, der „Patrona Bavariae“.

„Maria ist die stärkste Frau Bayerns, eigentlich der ganzen Welt“, so Diakon Hans Scherbaum. In allen Lebenslagen rufen die Menschen auf der ganzen Welt demnach die Mutter Gottes an. In jeder Ortschaft – auch in Adelsdorf und Aisch - findet man Mariengrotten und auch Votivtafeln der Dankbarkeit. Und in vielen katholischen Familien war es früher selbstverständlich, dass man auch zu Hause im Herrgottswinkel beim Kreuz einen Maialtar errichtete und täglich davor eine kleine Andacht abhielt.

Nach dem eucharistischen Segen erklang von der Empore das Lied: „Meerstern, ich dich grüße! Oh Maria hilf! Gottesmutter, süße! Oh Maria hilf! Maria hilf uns allen aus unsrer tiefen Not!“ Diese Bitte passt im zweiten Corona-Jahr ganz besonders, denn die Menschen ersehnen das Ende der Pandemie und senden ihre Bittgebete voller Vertrauen zu Maria.