Die Sehnsucht nach Licht und Wärme versammelte die Menschen am Abend des Lichtmesstages auf dem Höchstadter Kirchplatz. Gerade Eltern mit ihren Kindern, deren Zusammenleben durch Homeoffice und Homeschooling derzeit mehr als strapaziert ist, nutzten die kurze Freiluftandacht genauso wie ältere und alleinstehende Menschen für eine auf Distanz organisierte Begegnung.

Drei Botschaften des Lichtmesstages gab Stadtpfarrer Kilian Kemmer den Menschen mit auf den Weg. Die Wichtigkeit von Ritualen nehme in den familiär-häuslichen Abläufen eine große Bedeutung ein. So rufe auch der nach wie vor weit verbreitete Glaube an Gott nach Ausdrucksformen und Ritualen, die in guten wie in schweren Zeiten den Alltag spürbar und fühlbar mit Gott verbinden, so Kilian Kemmer . Dies führe dann auch zu Halt und Verwurzelung.

Zum Lichtmesstag gehört für Kemmer auch die Begegnung der Generationen. Alt und Jung dürften sich nach Ansicht Kemmers in einer Krisenzeit nicht entsolidarisieren, wenn es um Impfstoffpriorisierungen oder um schmerzliche Besuchsbeschränkungen gerade auch an Feiertagen geht. Die Kirche sollte Alt und Jung vereinen und nicht durch jahrgangsorientierte "Spezialgottesdienste" trennen. "Die Generationen gehören zusammen und können nur gemeinsam die Krisen wie die Erfolge im Leben teilen und meistern."

Schließlich erinnerte Kilian Kemmer noch an die Bedeutung des Lichtes gerade in dunklen Stunden. Eine Gefahr sieht er darin, im Glück und im Wohlstand "von anderen Strahlkräften geblendet zu sein und zu vergessen, wem man letztlich alles zu verdanken hat." Gemeinsam mit Pfarrvikar James Nangachiveetill und Krankenhausseelsorger Georg Paszek segnete der Stadtpfarrer nach dem Ritual des Lichtmesstages die Kerzen für Alt und Jung. Am Ende folgte eine ebenfalls zu Lichtmess gehörende Tradition.

Pastoralreferentin Monika Urbasik beschrieb die Bedeutung des Blasiussegens. Nicht die herkömmlichen Halskrankheiten belasten momentan die Menschen. "Vielmehr für all das, was wir momentan schlucken müssen, erbitten wir den Segen Gottes in Erinnerung an St. Blasius. Dieser Segen hilft das Licht des Glaubens und die Fähigkeit, immer wieder durchatmen zu können, neu zu entdecken." Den ganzen Tag über bis zum Beginn der Ausgangssperre besuchten Menschen die Stadtpfarrkirche, um sich gesegnete Kerzen abzuholen und um in dem nur von Kerzenlicht und den Lichterketten der Christbäume erleuchteten Kirchenraum Ruhe und Einkehr zu finden. LM