Eine Kerze zu entzünden und zu einer bestimmten Zeit ins Fenster zu stellen, stellt mancherorts in der Krisenzeit eine Gewohnheit dar. Ein Symbol des Erinnerns, der Hoffnung, der Zuversicht oder des Gebetes. Jüngst hatte selbst Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier aufgefordert, mit ihm diesen Brauch zu pflegen, um der Todesopfer der Coronakrise zu gedenken.

40 Tage nach Weihnachten

In jeder Religion gibt es ein Fest der Lichter, wie Stadtpfarrer Kilian Kemmer bei der Präsentation einer Veranstaltungsreihe betonte. Nicht selten begehen unterschiedlichste Kulturen in den Monaten des Herbstes oder Winter solche Feiertage . Denn Licht und Wärme als die positiven Eigenschaften des Elementes Feuer scheinen für Menschen gerade in der dunkleren und kälteren Jahreszeit nötig zu sein.

In einer Krisenzeit gewinnt dieser Gedanke noch einmal mehr an Bedeutung. 40 Tage nach Weihnachten wird in der Tradition der katholischen Kirche auf diesem Hintergrund der Lichtmesstag gefeiert. Angepasst an die momentanen Umstände soll der Festtag nach dem Willen des Seelsorgeteams von St. Georg in Höchstadt nicht ausfallen.

Am Dienstagabend (2. Februar) um 18 Uhr beginnt mit der Kerzenweihe auf dem Kirchplatz vor dem Ölberg eine kurze Andacht zum Lichtmesstag. In diesem Rahmen werden nach alter Tradition Kerzen gesegnet.

In der dunklen Stadtpfarrkirche, wo nochmals die Kerzenbeleuchtung der Christbäume brennen wird, kann nicht nur die passend zum biblischen Kontext des Festes umgestaltete Krippenszene besichtigt werden. Vielmehr stehen vor dem Altar gesegnete Kerzen. Gegen eine Spende können am Abend wie auch während des Tages Kerzen für den Eigenbedarf oder für Kranke, Alte und Einsame als Gruß mitgenommen werden. In Gremsdorf feiert man das Fest am Dienstagabend um 19 Uhr.

Kerzengeschenke, die Gläubige mit nach Hause genommen haben, sollen dann bis kommenden Dienstagabend als Rücklauf vorliegen, um den Segen zu erhalten und um sie an die "Helden des Alltags" verteilen zu können. Die Stadtpfarrkirche wird am Dienstag von 8 bis 20.45 Uhr geöffnet sein, um dort gesegnete Kerzen in Empfang zu nehmen. red