„Können Sie mir sagen, wo ich hin will?“ Mit dieser Frage von Karl Valentin konfrontierte Stadtpfarrer Kilian Kemmer die Besucher der ersten Maiandacht in der Stadtpfarrkirche. Am Abend des Maifeiertages ließen es sich die vielen Teilnehmer trotz notwendiger Infektionsschutzmaßnahmen und leichten Regens nicht nehmen, bei der anschließenden Lichterprozession ein „Licht der Hoffnung“ zu entzünden und am Straßenrand aus der auferlegten Distanz jener Verbundenheit nach zuspüren, die die Atmosphäre des Glaubens vermitteln konnte.

Kemmer wies mit der eingangs gestellten Frage darauf hin, dass normalerweise Menschen sehr wohl wissen, wohin und in welche Richtung sie beruflich, familiär, politisch, kirchlich oder in der Freizeit gehen möchten. Doch nicht nur in der Pandemie kommen selbstbestimmtes Planen und autonomes Bestimmen durcheinander. Er nannte hierfür exemplarisch die Pläne der Schulabgänger, die sich momentan auf ihre Abschlussprüfungen vorbereiten wie auch ungewisse Reise- und Begegnungspläne. Mit der Gottesmutter Maria, die im Muttertagsmonat Mai in der Tradition der katholischen Kirche besonders verehrt wird, steht „ein leuchtendes Beispiel vor Augen, wie Menschen mit nicht geplanten und ungewollten Lebensumständen umgehen können“, so Kemmer.

Dank eines großen Helferstabes konnten die Besucher eine stimmungsvolle Atmosphäre erleben. Ute Auinger, Karl-Heinz Löbenfelder, Silvia Lohmann, Gerhard Wirkner, Andrea Vogel, Renate und Klaus Lehmann, Tanja Schwägerl, Lisa und Katja Brinkel sorgten zusammen mit der Grottenbaugruppe und den Anwohnern des Prozessionsweges am Marktplatz, in Haupt- und Steinwegstraße sowie in der Kleinen Bauerngasse dafür, dass so viele Lichter der Hoffnung aufleuchteten.

Mit Liedern, Gebeten und Texten gestalteten Wolfgang Köberlein, Pastoralreferentin Monika Urbasik und Krankenhausseelsorger Georg Paszek die Feier . Die Stadtkapelle unter der Leitung von Georg Römer begleitete die Prozession auf dem Marktplatz und deren Abschluss an der Lourdesgrotte. Reinhard Döring spielte die Orgel der Stadtpfarrkirche. Die Feuerwehrleute ermöglichten einen sicheren Ablauf. Ein Gebetsgedenken galt anlässlich des „Tages der Arbeit“ dem kürzlich verstorbenen Kommunalpolitiker und Gewerkschaftsvorsitzenden Johann Cach.

Der Abend des Maifeiertages erweckte in der Höchstadter Innenstadt den Eindruck, dass die Teilnehmer durchaus wussten, wohin sie wollten. LM