Weisendorf  — Der Markt Weisendorf hat eine neue Plattform für künstlerische Interessen. In den Bürgerstuben hat sich kürzlich ein Kunst- und Kulturverein gegründet, der Schwung ins Weisendorfer Kulturleben bringen will. Weitere Kunstschaffende und Kunstinteressierte sind zur Mitarbeit willkommen, und „Kunst im Hof“ wurde bereits von der Ortsgruppe Bündnis90/Die Grünen unterstützt. Auch der neu gegründete Verein wird von der Ortsgruppe gefördert.

Über 20 Interessierte kamen in die Bürgerstuben, um die Gründung vorzubereiten. Denn in Sachen Kunst und Kultur hat der Seebachgrund jede Menge zu bieten. Dies war auch der illustren Vorstellungsrunde mit Malerinnen und Malern , Keramikkünstlern, Musikern , Holz- und Schmuckkünstlern, Foto- und Papierkunst zu entnehmen. Bei der Vorstellungsrunde reichte die Bandbreite von „Ich bin Künstler :in“ bis „Ich bin neugierig“.

Denn die Arbeit der Kunst- und Kulturschaffenden wird insgesamt noch nicht so wahrgenommen, wie sie es sich die Akteure wünschen, und es sei noch viel Luft nach oben, hieß es bei den Kunstschaffenden. Deshalb sei eines der Hauptziele, Kunst- und Kultur mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. „Jeder von uns hat seine Netzwerke und Kreise. Diese wollen wir gemeinsam nutzen und daraus etwas schaffen, von dem am Ende alle profitieren“, wurde von einer Teilnehmerin erklärt.

Offen für Künstler der Region

Die sehr gut besuchte Veranstaltung „Kunst im Hof“ im August war eigentlich der Ausgangspunkt für die aktuelle Vereinsgründung, denn den Gesprächen mit den Ausstellern konnten die Organisatoren Bernhard Kohler, Reinhard Grimmer und Ernst Rappold entnehmen, dass großes Interesse besteht und im Bereich „Kunst und Kultur“ in Weisendorf ein Notstand beseht.

Dabei geht es den Vereinsgründern auch um feste Strukturen im öffentlichen Auftritt. „Die Ernsthaftigkeit eines Vereins ist eine andere als die einer Initiative“, sagen Bernhard Köhler, Reinhard Grimmer. Auch gegenüber der Marktgemeinde, die man als Ansprechpartner und Förderer gern ins Boot holen wolle.

Nachbargemeinden einbeziehen

Der Verein soll offen für alle Kunst- und Kulturschaffenden sowie den Bürgern der Region sein. Er sieht sich dann auch als Vernetzungszentrale, Lobbyist für Künstler- und Künstlerinnen und auch als kommunalpolitische Kraft bei der Beschaffung von Fördergeld.

Außerdem will man sich nicht allein auf Weisendorf beschränken, sondern die Nachbargemeinden Großenseebach und Heßdorf mit einbeziehen. Deshalb wird es im Vereinsnamen wohl auch heißen: Kunst- und Kulturverein Seebachgrund e.V.

Bei der Gründungsversammlung, die Ernst Rappold als Moderator leitete, wurden der Satzungsentwurf ebenso diskutiert wie die Vereinsziele. „ Weisendorf kann bei Kunst und Kultur ruhig einen Zahn zulegen“, hieß es von einer teilnehmenden Künstlerin . Dabei berichteten der Niederndorfer Bernhard Belzer und der Weisendorfer Hans-Peter Singer von ihren Erfahrungen aus dem Kunstvereinen Herzogenaurach und Erlangen.

Ausstellungsräume finden

Bernhard Kohler forderte die Anwesenden auf, Ausschau nach geeigneten Räumen für Ausstellungen zu halten, denn die Öffentlichkeitsarbeit soll sich nicht allein auf die Kunst im Hof beschränken.

Am Ende unterschrieben 15 Gründungsmitglieder, 14 aus Weisendorf und einer aus Großenseebach. Bernhard Köhler, Reinhard Grimmer und Ernst Rappold wurden beauftragt, die notarielle Beurkundung vorzunehmen. Die Förderung des künstlerisch-kulturellen Lebens, sowohl in Weisendorf als auch über die Kreisstadt hinaus, ist in der Satzung als Vereinsziel definiert.