Im Mai dieses Jahres war aufgrund des 101-jährigen Bestehens des Kriegervereins Mailach und der kurz darauf folgenden Denkmaleinweihung ein kleines Fest geplant. Doch angesichts des Krieges in der Ukraine war dem Verein nicht zum Feiern zumute. So entschloss sich die Vorstandschaft, statt einer Feier zu einer Spende von 500 Euro für die Ukraine-Kriegsopfer.

Die Spuren der eigenen Vereinsgeschichte kann der Mailacher Kriegerverein nur bis ins Jahr 1921 zurückverfolgen. Aus diesem Jahr stammen die ersten schriftlichen Statuten des Vereins ehemaliger Kriegsteilnehmer-Kampfgenossen. Diese bestanden aus 15 Punkten plus Vorwort. Demnach hat sich der Verein bei seiner Gründung zur Aufgabe gestellt, Männer zu vereinigen, die einen Feldzug mitgemacht oder während der Kriegszeit in einer Garnison Dienste geleistet haben.

5 Mark Aufnahmegebühr

Jedes Mitglied musste bei seiner Aufnahme eine Aufnahmegebühr von 5 Mark zu entrichten (im April 1922 kostete die Maß Bier 6 Mark). Auch stand darin, dass Mitglieder, die sich offensichtlich an keiner Beerdigung von verstorbenen Kameraden beteiligen, bei zweimaliger Nichtbeteiligung ausgeschlossen werden.

Der Verein war aus heutiger Sicht sehr aktiv und mutig. Nach seiner Gründung am 20. Januar wurde bereits am 6. März mit dem Bildhauer Kaspar Finster aus Attelsdorf der Kaufvertrag für ein Denkmal im Werte von 10.300 Mark abgeschlossen. Die Ortsgemeinde Mailach bewilligte 8000 Mark Zuschuss. Schon am 29. Mai 1921 wurde es feierlich eingeweiht. Bemerkenswert ist, dass das Denkmal erst am 30. Juni vom Bezirksamt Höchstadt genehmigt wurde.

Vereinsnamen geändert

Um der Zeit gerecht zu werden, hat der Verein bereits 1985 den Vereinsnamen in Soldaten-Kameradschaftsverein geändert. Somit haben nun auch Frauen und Männer, die keinen Wehrdienst geleistet haben, die Möglichkeit, Mitglieder des Vereines zu werden. Wovon auch schon reichlich Gebrauch gemacht wurde. Am 1. Juni 1996 wurde groß das 75-jährige Vereinsjubiläum gefeiert.

Der Verein sieht es heute als seine Aufgabe an, Menschen, die in der Bundeswehr „gedient haben“, Anerkennung und Kameradschaft für ihren Dienst zu geben, ohne dabei militärische Aktivitäten wie zum Beispiel Schießübungen anzubieten. Vielmehr will man sich auf gesellschaftlicher Ebene einbringen. Vereinsausflüge und Feste wurden bis vor Corona regelmäßig angeboten. Matthias Ruß