Weisendorf  — Welches Kind träumt nicht davon, unter der Kuppel des Zirkuszelts selbst am Trapez zu schweben, wie ein Musketier das blitzende Schwert zu schwingen oder das Publikum als Feuerspucker in blankes Erstaunen zu versetzen? Die Kinder der Weisendorfer Schule haben diesen Traum gelebt – mit dem „Circus Phantasia“.

Eine Woche lang atmeten die Schülerinnen und Schüler echte Zirkusluft. Bis zum Samstag gastierte der Mitmachzirkus Phantasia an der Grundschule in Weisendorf . Die Projektwoche startete vor einer Woche dem Aufbau des großen, roten Zirkuszeltes auf dem Festplatz durch rund 50 Väter und Mütter unter der Regie von Zirkusdirektor Lars Wasserthal. Zunächst durften alle zusammen mit den Lehrkräften die Vorführung der Artistinnen und Artisten des Zirkus bestaunen. Da diese gleichzeitig auch das Training machen, lernten die Kinder ebenfalls ihre Trainerinnen und Trainer für die einzelnen Darbietungen kennen.

Am nächsten Tag begannen die Kinder selbst als angehende Artistinnen und Artisten für ihre Darbietungen zu trainieren. Als Fakire, Akrobaten, Jongleure, Clowns , Zauberer, auf dem Drahtseil, am Trapez, im Schwarzlicht und bei der Schwerterkiste übten die Kinder fleißig und konzentriert. Was wäre ein Zirkus ohne Clowns ? Immer wieder bringen die Nachwuchsclowns die gesamte Schülerschar zum Lachen. Nebenbei wurde in den Klassen zum Thema Zirkus gearbeitet und das gemeinsame Lied „Der Clown “ geübt.

Kostümiert und geschminkt

Schließlich füllte sich das Zelt mit interessierten Eltern, Großeltern, Verwandten und Bekannten und auch der Bürgermeister war gespannt auf die Show der jungen Artisten . Die Aufregung der jungen Artisten stieg wieder, nachdem diese in Kostümen und passend geschminkt in dem vollen Zirkuszelt ihre Plätze einnahmen. Doch als es hieß: „Manege frei!“ waren alle bei voller Konzentration. Aber nach der ersten Aufregung waren die Kinder einfach stolz und zeigten, was sie alles gelernt hatten.

Anastasia aus Phantastasien und der Zirkusdirektor Lars Wasserthal leiteten durch das Programm. Sie erzählten die Geschichte von Anastasia, die ihre Fantasie verloren hatte und sich nicht mehr an all die wunderbaren Dinge aus Phantastasien erinnern konnte. Diese wurden ihr in Erinnerung gerufen von den verschiedenen Darbietungen, die die Kinder hervorragend und mit viel Begeisterung präsentierten. Der Lohn dafür war immer wieder tosender Applaus sowie stehende Ovationen am Ende. Lars begrüßte die Kinder als Artisten-Kollegen und gemeinsam wurde zum Abschluss das Lied „Der Clown “ gesungen.

Bei insgesamt vier Vorstellungen beeindruckten die Mädchen und Jungen vor komplett ausverkauften Rängen ihr Publikum, das mit stehenden Ovationen applaudierte. Im großen Finale sangen alle Artistinnen und Artisten in der Manege ihren Zirkushit vom Clown , der im großen Rampenlicht wunderschön erscheint. Am Ende resümierte die Schulleiterin Pausch begeistert: „Nach dem Lernen und Arbeiten im vergangenen Schuljahr waren im Zirkus ganz neue Fertigkeiten gefragt, bei denen jedes Kind Talente entwickelte oder an den Tag legte, die schon lange in ihm schlummerten. Außerdem ist jeder Künstler und jede Künstlerin Teil einer großen Gemeinschaft – das motiviert enorm“. Und in vier Jahren wird der Circus Phantasia erneut gebucht.

Und dann wird beim Auftritt der Fakire wieder der Geruch von Feuer in der Luft liegen. Und die Künstler werden wieder lernen, Feuer mit ihren Händen zu berühren, über Glasscherben zu laufen oder auf einem Nagelbrett zu liegen.