Die katholische Kirche in Höchstadt ist in den vergangenen Wochen mehrmals in den Fokus anonymer Beschwerden geraten. Nun äußert sich Stadtpfarrer Kilian Kemmer dazu. In seiner Stellungnahme erinnert er zunächst an die Kritik eines gewissen Yves Steiner an den angebotenen Präsenzgottesdiensten der St.-Georgs-Pfarrei zu den Kar- und Ostertagen. Wie sich herausgestellt habe, existiert der Kritiker unter diesem Namen überhaupt nicht.

Nunmehr werde in der Stadt der Vorwurf gegen einen Pfarrer in Höchstadt, der bereits im Februar in einem Höchstadter Altenheim geimpft worden sei, umgemünzt auf einen „ katholischen Geistlichen “. „Nachdem wir alle wissen, wie sehr zu Recht die Impfdrängelei von Pfarrern in Augsburg und anderswo die jeweiligen Gemeinden in große Krisen stürzte und der Kirche viel Kritik einbrachte bzw. nachdem wir die momentan noch auferlegten Impfpriorisierungen solidarisch mittragen, weisen wir diese Vorwürfe zurück“, schreibt Kemmer.

Weder er selbst noch Pfarrer Pröckl, Pfarrer Ringer, Diakon Scherbaum oder der Krankenhausseelsorger Diakon Paszek seien bisher geimpft worden, genauso wenig wie die Pastoralreferentin Monika Urbasik, die das Seniorenzentrum St. Anna betreut. Der 76-jährige Pfarrer James könne in diesen Tagen seine erste Impfung erhalten.

Warten, bis man dran ist

Im Wissen darum, dass bisher noch nicht einmal allen Lehrern wie auch anderen „Risikoberufen“ ein Impfangebot gemacht werden konnte, würden sich die katholischen Geistlichen nicht als Exoten fühlen und ihre Impfungen durchführen lassen, wenn es ihnen das System zuweist. Trotzdem verzichte man nicht auf Präsenzgottesdienste, schulischen Religionsunterricht oder Hausbesuche bei Kranken und Alten. „Wir bemühen uns mit Umsicht, Vorsicht und Rücksicht unter Wahrung aller Auflagen des Infektionsschutzes in der Pandemie, momentan noch ungeimpft für die Menschen nach Kräften präsent zu sein, Nähe zu schenken und uns nicht nur über den Bildschirm zu zeigen“, erklärt Kemmer. Es möge ein verständliches Verhalten sein, sich hinter „seinen Pfarrer “ zu stellen, für den eine frühzeitige Impfung anscheinend dringend nötig gewesen sei. Aber einem „ katholischen Geistlichen der Region“ Impfdrängelei in die Schuhe zu schieben, sei geradezu primitiv. red