Brauchen die Schüler der Grundschule Pommersfelden künftig überhaupt noch einen Schulranzen? Diese Frage drängte sich auf, als bei der Gemeinderatssitzung Rektorin Cordula Schmeidl und Stefan Kraus, Berater für digitale Bildung, das Medienkonzept für die Schule erläuterten.

Mathe-Buch und Rechtschreibheft, Stifte, und was ein Grundschüler sonst noch braucht – alles digital im iPad auf kleinstem Raum? Nein, ganz so sei es nicht, erklärt die Rektorin . Zwar sollen alle Schüler von Anfang an den Umgang mit mobilen Endgeräten lernen. In den Klassen eins und zwei werde jedoch nur ergänzend damit gearbeitet. Hingegen werde in den ersten Jahrgangsstufen weiterhin viel Wert auf die Förderung der analogen Fähigkeiten, also Schreiben, Rechnen und mehr, gelegt.

Gute technische Ausstattung wichtig

Davon kann manch große Schule nur träumen: Bei der Gemeinderatssitzung wurde die umfassende Ausstattung der beiden Schulen in Sambach und Pommersfelden mit digitalen Endgeräten für alle Schüler und Lehrer , dazu auch das übrige Equipment wie Kamera, Beamer, Displays und mehr, beschlossen. Die Corona-Krise habe gezeigt, wie wichtig eine gute technische Ausstattung der Schule und der Schüler sei, stellte Bürgermeister Gerd Dallner fest. Damit die Kommunikation funktioniere und kein Schüler auf der Strecke bleibe, müssten besonders im Distanzunterricht Lehrer und Schüler gut ausgerüstet sein.

Der Geist sei zwar stark, das WLAN bislang aber noch schwach, sagte Dallner. Bereits im August 2020 hatte die Schulverbandsversammlung beschlossen, die beiden Schulen in Pommersfelden und Sambach mit Glasfaseranschlüssen auszustatten. Dieses Jahr im Sommer soll die Pommersfeldener Schule – zusammen mit Schloss Weißenstein – angeschlossen werden. Die Sambacher Schule werde folgen.

Umfangreiches Medienkonzept

Voraussetzung für die digitale Schulausstattung war ein umfangreiches Medienkonzept. Demzufolge werden alle Lehrkräfte wie auch die Schüler mobile Endgeräte (Laptop oder Tablet) erhalten. Die Geräte der ersten beiden Jahrgänge sollen in der Schule verbleiben. In den dritten und vierten Klassen sollen die iPads dann sowohl für den Großteil der Arbeit im Unterricht als auch zur Erledigung der Hausaufgaben dienen. Das bedeutet, dass die Schüler dieser Klassen ihre Geräte mit nach Hause nehmen.

Der Vorteil dieses „digitalen Schrittes“ ist, dass alle Schüler die gleichen Geräte und damit gleiche Chancen haben. Zu Schuljahresbeginn können sie mit den Lehrinhalten der jeweiligen Klasse „bespielt“ werden. Bereits zu Beginn des neuen Schuljahrs im September soll es losgehen. Für den ersten Viertklässler-Jahrgang bedeutet dies, dass sie am Ende des Schuljahres 2021/22 ihr iPad wieder zurückgeben. Somit könne es im folgenden Jahr von den neuen Abc-Schützen genutzt werden. Bei einer Lebensdauer von mindestens vier Jahren stünde somit die nächste Anschaffung erst wieder in vier Jahren an.

„Komplettlösung“ für rund 150 000 Euro

Grob geschätzt liegen die Kosten für diese „Komplettlösung“ bei rund 150 000 Euro. Nach Ausschöpfung aller Fördertöpfe und der corona-bedingten Sonderprogramme muss der Schulverband eine „Lücke“ von 83 000 Euro finanzieren. Die Hälfte der Summe könne der allgemeinen Rücklage des Schulverbands entnommen werden. Die andere Hälfte soll über eine Investitionsumlage der beiden Gemeinden Pommersfelden und Höchstadt finanziert werden. Dieser Restbetrag ist anteilig nach den Schülerzahlen zu tragen, wobei der Hauptanteil bei der Gemeinde Pommersfelden verbleibt. Pommersfelden schickt 147 Schüler in die Grundschule , aus den Höchstadter Ortsteilen Zentbechhofen, Greuth, Förtschwind und Jungenhofen besuchen insgesamt 21 Kinder die Schule von Pommersfelden . Die Stadt Höchstadt habe bereits ihr Einverständnis mitgeteilt.