Ein klares "Nein" des Landwirtschaftsamts steht dem aktuellen Planentwurf für das Sambacher Baugebiet Hofleite II entgegen. Grund dafür ist der im Flächennutzungsplan westlich des geplanten Wohngebiets festgesetzte Standort für den Aussiedlerhof eines Sambacher Landwirts. Obwohl die Aussiedlung möglicherweise nie realisiert wird, haben die Festsetzungen des Flächennutzungsplans Gültigkeit.

Für Bürgermeister Gerd Dallner und die Gemeindeverwaltung bedeutet das, dass sie eine Lösung finden müssen. Andernfalls wäre die Bauleitplanung für den zweiten Abschnitt der Sambacher "Hofleite" zum Scheitern verurteilt. Ein Mindestabstand von 120 Metern zum Standort eines Aussiedlerhofs mit Rinderhaltung müsste auf jeden Fall eingehalten werden. Selbst wenn die Stallungen im Westen angeordnet würden, reiche der Abstand zur Wohnbebauung nicht aus, so Dallner in der jüngsten Ratssitzung. Eine Reduzierung des Baugebiets , und damit der Verzicht auf einen Teil der künftigen Bebauung, mache jedenfalls keinen Sinn.

Hingegen kann trotz der Nähe zum Sambacher Sportgelände "auf eine detaillierte schalltechnische Untersuchung verzichtet werden", wie das Landratsamt mitteilt. Allerdings müsse im Bebauungsplan darauf hingewiesen werden, dass die künftigen Bewohner das Sportgelände und eventuell davon ausgehende Immissionen "tolerieren" müssen.

Da es um Grundstücksangelegenheiten geht, musste die Diskussion um den Aussiedlerhof im nichtöffentlichen Sitzungsteil weitergeführt werden. Dallner ließ durchblicken, mit dem Landwirt bereits eine mögliche Lösung gefunden zu haben. Ob das Gremium diese auch abgesegnet hat, ist derzeit noch nicht bekannt.

Der Gemeinde liegt bereits eine Bewerberliste mit 80 Anfragen auf Bauplätze vor, teilte der Bürgermeister mit. Zum Teil versuchen es Bauwerber erneut, die schon bei den letzten Baugebieten um Grundstücke nachsuchten, aber nicht zum Zug gekommen sind.

Die Gemeinde sieht sich in der Pflicht, Bauland auszuweisen. Ansonsten sei ein "Ausbluten" - also ein Bevölkerungsrückgang - zu befürchten, so Dallner. Dennoch fordern die übergeordneten Behörden in ihren Stellungnahmen immer wieder die "Innenverdichtung" der Dörfer. Das heißt, dass leerstehende Häusern bewohnbar gemacht und Baulücken in den Ortschaften geschlossen werden.

Besitzer wollen nicht verkaufen

Die wenigen Leerstände innerhalb der Gemeinde würden durch die Verwaltung immer wieder abgefragt, fast immer jedoch ohne Erfolg, berichtete Dallner. Die Eigentümer seien nicht zum Verkauf bereit.

Die Innenentwicklung der Dörfer werde auch beim ISEK-Programm (Integriertes städtebauliches Entwicklungsprogramm) im Auge behalten. Für Pommersfelden und Sambach seien die vorbereitenden ISEK-Untersuchungen bereits abgeschlossen. Für Steppach soll dieser Schritt im ersten Halbjahr 2021 zu Ende gebracht werden.

Beinahe zwei Stunden nahm in der Sitzung die Abwägung der bei der Auslegung eingegangenen Stellungnahmen in Anspruch. Denn auch für Steppach ist das Verfahren für den dritten Abschnitt des Baugebiets "Steppach Nord" im Gange. Bei der Auslegung waren einige Stellungnahmen von Bürgern eingegangen, die in der Planung berücksichtigt wurden.