Käthe Zang hat das musikalische Leben in Herzogenaurach geprägt wie kaum eine andere Person. Ganze Generationen von Schülern hat sie an die Musik herangeführt. Vor 110 Jahren, am 2. Februar 1911, wurde sie im unterfränkischen Rimpar geboren.

Nach ihrer Schulzeit begann sie ein Studium zur Volksschullehrerin, das sie 1935 mit der Prüfung für das Lehramt für Musik in München abschloss. 1941 kam sie nach Herzogenaurach , wo sie bis 1976 als Oberlehrerin an der Mädchenschule, später Volksschule , wirkte.

Neben ihrem Schuldienst war ihr die Musik schon immer sehr wichtig. Im Jahr 1948 gründete sie einen Kinderchor , im gleichen Jahr schuf sie das Heimatlied von Herzogenaurach .

Als 1969 aus der Knaben- und Mädchenschule die neue Volksschule Herzogenaurach entstand, entwickelte sich ein gemischter Kinderchor , der in der Städtischen Sing- und Musikschule weitergeführt wurde. Die Schule wurde im Januar 1971 von Othmar Seifert eröffnet und im Oktober 1972 von Käthe Zang übernommen.

Jährliche Konzerte

Mit ihren Schülern war sie einige Jahre auf Wanderschaft. Im Schuljahr 1973/74 hatten der Chor im ersten Stock, ab 1974/75 im Erdgeschoss des Mädchenschulhauses am Kirchenplatz sein Domizil. Da am Vormittag darin die Klassen des Gymnasiums Herzogenaurach (damals noch eine Zweigschule des Gymnasiums Höchstadt) beschult wurden, waren die Klassenzimmer am Nachmittag nicht belegt und konnten für den Unterricht genutzt werden. Ab dem Schuljahr 1975/76 hatte der Chor seine Heimat im ersten Stock des Schlossgebäudes.

Zu hören war er beim Krippenspiel zu Weihnachten und bei Märchendarstellungen im Sommer. Auch bei schulischen, städtischen und kirchlichen Feiern war er zur musikalischen Umrahmung gerne gesehen. Es gab alljährlich ein Konzert im Schlosshof, das Sommerabendsingen am Wiwaweiher und außerdem wirkte der Chor beim festlichen Konzert für Weihnachten mit.

Bereits neben ihrer Tätigkeit in der Schule spielte Käthe Zang lange Jahre ehrenamtlich die Orgel in der Stadtpfarrkirche. Nach dem Weggang von Werner Ochmann (tätig von 1966 bis 1974) war sie von 1974 bis 1981 allein dafür verantwortlich. Daher band sie auch ihren Chor in die Gestaltung der Gottesdienste ein. So wurde eine Messe mit "rhythmischen Liedern" umrahmt. Lieder wie "Die Erde ist schön, es liebt sie der Herr" klingen vielen immer noch im Ohr.

Anlässlich ihres Geburtstags am 2. Februar 1979 hatte sie es sich gewünscht, dass die Mitglieder ihres Chores am Freitag zum Gottesdienst um 7 Uhr in die Stadtpfarrkirche kamen. Es war selbstverständlich, dass die "Großen" des Chors diesem Wunsch folgten und dieser morgendliche Gottesdienstbesuch auch bis zu den Ferien weiter gepflegt wurde.

Bunte Liedzettel

Die Liedtexte, bis auf eine Ausnahme ohne Noten, erhielten ihre Sängerinnen und Sänger bei den Singstunden und mussten sie beim nächsten Mal oder zu den Aufführungen wieder mitbringen. Sie waren kopiert oder es handelte sich um Texte, die mit dem Spiritusdrucker mittels Matrizen auf rosafarbenem, gelbem oder grünem Papier abgezogen waren. Da offensichtlich gespart werden musste, hielten ihre Choristen teilweise auch Zettel im Duodezformat mit nur einem Lied in Händen. Die Proben für Konzerte fanden beispielsweise im Liebfrauenhaus statt. Außerdem band Käthe Zang Rhythmusinstrumente und Blasinstrumente wie Flöten mit ein.

Ehrenbürgerin seit 1981

Einige Lieder schrieb sie eigens für ihren Chor , so im Jahr 1977 das Lied "Mein Luftballon". Auch zur Weihe des Kindergartens von St. Otto am 25. Oktober 1975 durch Caritasdirektor Monsignore Walter Schirmer wurde von Käthe Zang ein Lied selber gedichtet:

"Ich kenn ein Haus gar wohl gebaut,

mal ist es still darin, mal laut,

steht unter gutem Sterne.

Zur Nacht da ist es öd und leer,

doch tags füllt es sich immer mehr

und so hat man es gerne."

Zur Belohnung unternahm Käthe Zang mit den Chormitgliedern beispielsweise Fahrten zum Freilichttheater Luisenburg, wo sie Märchen wie dem tapferen Schneiderlein von den Gebrüdern Grimm lauschen durften.

Für ihre Verdienste wurde Käthe Zang am 15. Dezember 1981 zur Ehrenbürgerin von Herzogenaurach ernannt. Mit Ende des Schuljahres 1995/96 gab sie die Leitung der von ihr ins Leben gerufenen Musikschule ab. Zang, die nie verheiratet war, hatte ihr Wohnhaus in der Bamberger Straße, gegenüber dem Gasthaus "Gambrinus".

Ihren Lebensabend verbrachte sie im Liebfrauenhaus, wo sie am 28. Februar 1998 starb. Ihre letzte Ruhe fand sie auf dem alten Friedhof. Vor allem durch das von ihr 1948 gedichtete und mit Noten versehene Herzogenauracher Heimatlied wird sie immer im Gedächtnis und im Gehör bleiben. Inzwischen trägt die Städtische Musikschule in Herzogenaurach ihren Namen.