Falkendorf  — Über 34 Jahre hat Ingenieur Günter Grube bei der Firma Schaeffler gearbeitet, 13 davon als Werkleiter des damals neu gegründeten Industriezweiges „Industrie Online Schaeffler“. Schon in jungen Jahren hatte er bei dem Herzogenauracher Unternehmen Verantwortung übernommen. Jetzt feierte er im Kreise ehemaliger Arbeitskollegen, Freunde und Bekannter sowie der Familie seinen 80. Geburtstag .

Geboren wurde Günter Grube 1942 in Bamberg. Nach der Schule startete er seine Karriere als Maschinenschlosser. Nach einem erfolgreichen Abschluss zum Ingenieur im Maschinenbau in Coburg begann sein Aufstieg bei der Firma Schaeffler in Herzogenaurach.

Die Rationalisierungen und die damit verbundenen Verbesserungsmaßnahmen waren eine Herausforderung, denen er sich mit Erfolg stellte. Um den Stanzgrat zu entfernen, entwickelte Günter Grube ein schnelleres und verbessertes Verfahren bei den millionenfach gefertigten Lagereinzelteilen. Die Philosophie dahinter war ein rationelles Gleitschleifverfahren mit Kunststeinen, das in kürzester Zeit den Stanzgrat von den Wälzlagereinzelteilen entfernte.

Doch der Höhepunkt seiner vielen Patente gelang ihm als Werkstoffingenieur Ende der 1980er Jahre. Bis dahin wurden die Einzelteile der Lager aufwendig und zeitintensiv abgehärtet. Mit seinem Team und Karl-Ludwig Grell im zentralen Labor entwickelte er ein neuartiges Wärmebehandlungsverfahren, was zu diesem Zeitpunkt einzigartig war.

Nach jahrelangen Versuchen mit verschiedensten Werkstoffen und hochlegierten Stahlsorten konnte das Verfahren der Kompletthärtung in Serie von Hülsenlagern eingeführt werden. So wurden von nun an die Lagereinzelteile weich ohne Härtung in der Montage komplett zu einem Lager montiert und das Komplettlager wurde nun als eine Einheit der Wärmebehandlung zugeführt und so serienfertig produziert.

Nachdem Günter Grube 2003 in Pension ging, wurde er von Marie-Elisabeth Schaeffler mit einem großen Fest verabschiedet. Mit ihm ging der gleichaltrige Josef Liebhart in den Ruhestand. Die Abschiedsfeier der beiden Werkleiter war der erste offizielle Auftritt der Schaeffler Bigband.

Grube war begeisteter Tennisspieler, gründete den Tennisclub Aurachtal-Falkendorf. Mitte der 1990er-Jahre wurde er als Präsident des TC-Aurachtal gewählt. Der Verein wuchs auf 280 Mitglieder und spielte mit 14 Mannschaften.

Günter Grube pflegt ein weiteres Hobby: das Singen beim Männergesangverein.