Beim Heuchelheimer Kulturherbst brachte die durch die Faschingssendung „ Fastnacht in Franken “ bekannte Kabarettistin Ines Procter die Zuschauer in der voll besetzten Sporthalle zum Dauerlachen.

Als fränkische Putzfraa, dauergestresste Mutter und missverstandene Ehefrau gehört Ines Procter gleich mehreren Berufsgruppen an, die eigentlich eine Gefahrenzulage verdient hätten. An diesem Abend konnten Männer wie Frauen herzlich über sich selbst lachen. Ines verstand es, den fränkischen Alltag herrlich selbstironisch und humorvoll zu präsentieren. Gekonnt band sie ihr Publikum mit in die Show ein und gab den Zuschauern das Gefühl: Hier bin ich richtig.

Treffende Gesangseinlagen bereicherten die Show. Schon das erste Lied „Mei Kind is gschaider als deins!“ ließ kein Auge trocken. „Seit ich eine Tochter in der Pubertät habe, weiß ich, warum manche Tierarten ihre Jungen fressen!“, schimpfte die zweifache Mutter . „Heute habe ich euch etwas umsonst mitgebracht“ stellte sie das Publikum auf die Probe. „Ja, ich habe 15 Kilo in der Corona-Zeit zugelegt, und die kosten euch nichts.“

Ihr Mann spreche ständig nur über ihr Gewicht, daher sei die Unterfränkin auch schon bei ihrer zwölften Low-Carb-Diät angekommen. „Ich verliere ja auch ab und zu mal ein paar Kilo – aber sie finden mich wieder“, klagte Procter deprimiert. „Womit hab ich das alles verdient? Aber Gott sei Dank haben wir genug Humor , um über all die Alltagshürden zu springen. Und wenn der letzte Strohhalm, an den wir uns klammern, in einem Gin Tonic steckt, … hey, dann geht’s doch“, munterte die närrische Putzfraa das Publikum auf.

„Bei euch dahemm isses doch ach grad so – oder zumindest ähnlich“, so Procter, die in ihrem Programm „So ein Draag“ nicht nur den Putzlappen schwang, sondern auch die täglichen Verrücktheiten mit dem Publikum weglachen und wegsingen konnte. So fand ein schöner, lustiger, humorvoller Kaberattabend statt, mit dem sich die Besucher identifizieren und freuen konnten.

Gerhard Feller