Nach vielen, auch konträren Diskussionen im Marktgemeinderat ist es endlich so weit: Mit dem symbolischen Spatenstich wurde der Baubeginn für die neue Kindertagesstätte der Gemeinde Mühlhausen eingeläutet. Auf dem Gelände bei der Schule werden fünf Kita-Gruppen – zwei für sogenannte „Regelkinder“ ab drei Jahren und drei für Krippenkinder – entstehen. Nicht ganz im Standard eines Passivhauses , aber ein Gebäude, das energetisch auf neuestem Stand sei, betonte Bürgermeister Klaus Faatz. Damit setze Mühlhausen einen weiteren Pluspunkt als „Bioenergie-Gemeinde“.

Bis ins Jahr 2018 reichen die Planungen und Gespräche über die notwendige Erweiterung der Kindertagesstätte zurück. Viele Fragen beschäftigten die Marktgemeinderäte: wie viele Gruppen gebraucht werden, welchen Bedarf die Neubaugebiete mit sich bringen und nicht zuletzt welcher Standort geeignet sei. Mit der Kommunalwahl 2020 habe sich nicht nur das Gremium geändert, es seien auch neue Meinungen hinzugekommen, so Bürgermeister Klaus Faatz.

Der entscheidende Beschluss fiel schließlich im September 2021: Die Kita solle in Holzbauweise auf dem Gelände bei der Schule errichtet werden. Das Areal hatte die Gemeinde bereits erworben.

Hohe Förderung für Lüftungsanlage

Holzbauweise bringe einen besseren Energiestandard als Stein auf Stein zu bauen, betonte Bürgermeister Faatz auf der Baustelle. Als Bioenergie-Gemeinde verfüge Mühlhausen über eine Nahwärmeversorgung, an die der Neubau angeschlossen werde. Eine Fußbodenheizung werde für die notwendige Wärme sorgen. Ein gewaltiger Kostenfaktor ist laut Faatz die geplante „corona-konforme Lüftungsanlage“. Da sie mit 80 Prozent der Kosten gefördert wird, fiel dem Gremium die Entscheidung leichter. „Weil wir eine herrliche Südlage haben, bietet es sich auch an, auf dem Dach eine Photovoltaikanlage zu installieren“, so Faatz.

Auf 4,9 Millionen Euro werden die Gesamtkosten für den Neubau geschätzt. 2,3 Millionen Euro Fördermittel werden aus verschiedenen staatlichen Töpfen erwartet. Durch den Krieg in der Ukraine und gestiegene Energiepreise sieht sich der Erlanger Architekt Lothar Kalau mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Dennoch ist er zuversichtlich, was die geplante Fertigstellung im Sommer 2023 betrifft: In Holzbauweise sei das Projekt schneller zu realisieren als bei konventionellem Massivbau. Auch ökologisch gesehen habe Holz viele Vorteile gegenüber der konventionellen Bauweise.

Beim Spatenstich in herrlichem Sonnenschein konnte man sich die Kita auf dem 4000 Quadratmeter großen Gelände gut vorstellen. Gruppenräume und Terrassen des einstöckigen Baus werden nach Süden ausgerichtet. Die kleinen „Füchse“ interessierte das noch wenig. Wichtiger war ihnen, mit Schaufeln und Spaten an der künftigen Kita „mitzuarbeiten“.

Derzeit sind die „Füchse“ wie auch die „Schmetterlinge“ in Containern neben dem bestehenden Kindergarten untergebracht. Neben den zwei Container-Gruppen werden derzeit vier Gruppen im alten Kindergarten an der Bamberger Straße betreut. Läuft alles nach Zeitplan, könnten die kleinen Füchse tatsächlich noch in den Genuss des Neubaus kommen.