Gerhard Söllch stören die nur einseitig geplanten Gehsteige, Parkbuchten und Baumpflanzungen "Wir sind eine Anliegerstraße mit ganz wenig Verkehr ", sagt er. "Durch die Gehsteige auf beiden Seiten fühlen wir uns ziemlich sicher." Dem schließen sich Juliane Holfelder und Enes Ademovic an. Ademovic erklärt zudem, dass auf einer entsprechenden Unterschriftenliste bereits mehr als 50 Anwohner unterschrieben hätten.

Bürger sollen beteiligt werden

Das Oberdorf ist dann auch einer der Tagesordnungspunkte in Form eines Antrags der CSU-Fraktion bezüglich Klarstellung und Konkretisierung der Bürgerbeteiligung während der Feinplanung . "Wir haben großes Verständnis dafür, wenn die Bürgerinnen und Bürger Interesse haben", sagt Nico Kauper. "Es geht um die Straße vor der eigenen Tür. Wir wünschen uns, dass die Bürger zum richtigen Zeitpunkt beteiligt werden. Für uns als CSU ist der Bürger der höchste Souverän im Staat . Und wenn die Bürger eine Straße mit zwei Bürgersteigen haben wollen, dann ist das so. Was nicht im Ansinnen der Bürger ist, ist jetzt die Notbremse zu ziehen und die Planung über den Haufen zu werfen", sagt Kauper und spielt damit auf einen Antrag der SPD-Fraktion an, welcher eine Aufhebung des in der Sitzung am 16. Dezember gefassten Beschlusses vorsieht. "Wir möchten, dass die Bürgerbeteiligung festgeschrieben wird."

"Als wir den Auftrag an die GBI vergeben haben, war die Bürgerbeteiligung ein Baustein", erklärt Bürgermeister Karsten Fischkal. "Ich war vor Ort und habe gesagt: Das ist die Grobplanung. Ich habe gesagt: Ich komme in jede Straße. Wir haben eine Präsentation gemacht und die ist immer noch auf der Homepage. Um die Kosten zu schätzen, brauchen wir eine grobe Planung. Am 16. Dezember haben wir dann im Gemeinderat gesagt, wir gehen den nächsten Schritt und gehen in die Feinplanung . Wir besorgen einen Verkehrsplaner , der ist unheimlich wichtig."

Schreiben an die Anwohner

Fischkal führt weiter aus, dass ein Schreiben an viele Anwohner gegangen sei. "Wenn die Bürger sagen, sie möchten einen Gehsteig von 1,50 Meter auf der einen Seite und 50 Zentimeter auf der anderen Seite, dann machen wir das. Es sind Straßenzüge auf mich zugekommen, die wollen keine Parkplätze eingezeichnet haben. Dann sage ich zu jedem, dann machen wir das nicht. Sparen wir Geld. Ich gehe mit dem Plan in jede einzelne Straße, dann wird das in den Plan eingezeichnet. Ihr müsst uns einfach die Möglichkeit geben, dass wir arbeiten können."

Er erklärte, dass bereits 82 Eingaben erfolgt seien. "Von den 82 Eingaben liegen 73 Vorschläge vor", sagte Tiefbautechniker Thomas Wolff . "Die Anliegerwünsche haben wir eins zu eins in den Plan eingetragen." "Wir kommen dann in jede Straße", sagt Fischkal, "Wir kommen mit einem großen Edding in der Hand. Ihr kriegt auch einen großen Edding und dann schmieren wir in der Planung rum. Aber gebt uns die Zeit. Beschlussfassung war am 16. Dezember, in dieser kurzen Zeit schafft das niemand. Ich bitte einfach darum. Ihr wisst alle, wo ich wohne. Wenn ich in den nächsten fünf bis sechs Wochen nicht bei euch vorbeigekommen bin, dann kommt bei mir vorbei und macht mit mir, was ihr wollt."

"Ich möchte ein paar Punkte aufzeigen, die ich nicht dem Bürger überlassen möchte", meldet sich Norbert Lamm ( SPD ) zu Wort. "Jeder kennt das evangelische Gemeindezentrum. Auf der langen Seite der Kaspar-Lang-Straße haben wir keinen Gehweg. Da kann ich nicht den Bürger entscheiden lassen, ob da ein Gehweg hinkommt. Das muss der Gemeinderat entscheiden. Ich möchte eine saubere Planung haben."

Unterschriften und Flyer

"Wir gehen doch zu jedem, ich gehe auch zum evangelischen Pfarrer hin", hält Fischkal ihm entgegen. "Wir möchten mit jedem reden, mit jedem! Ich frage jeden!" "82 Anfragen", sagt Lamm, "73 Änderungen. Es werden Unterschriften gesammelt, es werden Flyer verteilt. Die Bürger haben Angst, vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. Ich würde vorschlagen, an alle einen Brief zu schreiben." "Der Brief ist schon fertig", nimmt Fischkal ihm den Wind aus den Segeln. "Zusammen mit dem Amtsblatt wird er am Freitag ausgetragen. Wir werden auch einen Zeitplan in den Brief mit reingeben."

Ralf Olmesdahl (ABWI) erklärt, dass er die Bürgerbeteiligung dreistufig sehen würde, eine Stufe sei der Gemeinderat , die zweite Stufe der Bürger , der über die Kosten und Fördermittel informiert werden wolle, und die dritte Stufe die Bürger , die nicht im Oberdorf wohnen und wissen möchten, wie sich die Kosten auf Steuern und Gebühren auswirkten.

Michael Auer (Grüne) möchte, dass "die Geschichte auf breite Füße gestellt wird, damit der Bürger weiß, dass er mitgenommen wird". Lamm zieht im Zuge der Ausführungen den Antrag der SPD zurück. Dem Beschluss, eine Zeitschiene zu erstellen und diese sowohl auf der Homepage zu veröffentlichen als auch in den Brief einzubringen sowie dem Zusatz, die Leistungsphase 3 als "noch nicht abgeschlossen" zu kennzeichnen, wird ohne Gegenstimme zugestimmt.