Vor 240 Jahren, am 9. Februar 1781, wurde Johann Baptist Spix als siebtes von elf Kindern in Höchstadt geboren. Seine Eltern waren Johann Lorenz Spix, Bader in Höchstadt in zweiter Generation, "Stadtchirurg" und Stadtrat, und Maria Franziska, geborene Tadina, Tochter italienischer Eltern .

Johann Baptist besuchte zunächst die Schule in Höchstadt, in der man seine außerordentliche Begabung erkannte. Mit elf Jahren trat Spix in die Bamberger Domschule ein, wechselte dann in das Aufsess'sche Studienseminar, bestand das Abitur mit sehr guten Noten als einer der Besten und erwarb, erst 19-jährig, den Titel eines Doktors der Philosophie an der Universität Bamberg . Anschließend begab sich Spix nach Würzburg zum Studium der Theologie, das er aber nach kurzer Zeit aufgab, um sich dem Studium der Naturlehre und der Medizin zuzuwenden, das er 1806 als Doktor der Medizin abschloss. Kurze Zeit später wurde er an die königlich bayerische Akademie der Wissenschaften nach München berufen.

Zoologische Staatssammlung gegründet

1808 reiste Spix auf Kosten der bayerischen Regierung nach Paris und in andere Teile Frankreichs und nach Italien, um dort zoologische und anatomische Studien zu betreiben. Zu jener Zeit war Paris mit den beiden Berühmtheiten Cuvier und Lamarck das Zentrum der naturwissenschaftlichen und biologischen Forschung. Wieder zurück in München übernahm Spix das Naturalienkabinett der Akademie mit der Order des Königs, das Kabinett in eine wissenschaftliche zoologische Sammlung auszubauen. Daraus entstand dann 1811 die Zoologische Staatssammlung München, die es heute noch gibt und die mit 25 Millionen Tierpräparaten zu den größten wissenschaftlichen Sammlungen weltweit gehört.

Spätestens zu dieser Zeit war Spix - auch nach Veröffentlichung verschiedener wissenschaftlicher Werke - ein hochgeehrter und bedeutender Wissenschaftler . So verwundert es nicht, dass er als Leiter der Delegation nominiert wurde, die die Expedition in Brasilien durchführen sollte. Diese vom König angeordnete Expedition war die erste, die von bayerischem Boden ausging, und sollte auch die erfolgreichste werden.

Über 1000 Tierarten im Gepäck

Die Reise dauerte alles in allem von Februar 1817 bis Dezember 1820. Sein Reisegefährte war der Erlanger Biologe Carl Friedrich Martius. Sie legten in Brasilien über 10 000 Kilometer zurück und notierten, beschrieben und sammelten. Fast alles war neu für die beiden Bayern. Sie kamen mit 67 großen Kisten voller Sammlungsgut zurück. Darunter über 1000 Tierarten, 2700 Insektenarten, 6500 Arten von Pflanzen und vielen anderen Kostbarkeiten, darunter 400 Gegenstände vom kulturellen und häuslichen Leben der Indianerstämme. Diese Sammlung wurde zum Grundstock der Zoologischen Staatssammlung, anderer naturwissenschaftlicher Sammlungen und des Völkerkundemuseums in München, heute Museum "Fünf Kontinente". Spix hatte sich in Brasilien eine Tropenkrankheit zugezogen und litt an der winterlichen Münchner Kälte. Trotz seiner schlechten Verfassung und der wenigen Zeit, die Spix nach der Rückkehr aus Südamerika noch geschenkt war, wurden über 500 Tierarten für die Wissenschaft in neun großen, kostbar illustrierten Bänden beschrieben.

Es handelte sich dabei um 64 Schnecken, 19 Muscheln, 91 Fische, 158 Amphibien und Reptilien, 220 Vögel, 15 Fledermäuse und 34 Affen. Einige der Bücher wurden nach dem Tod von Spix von seinen Assistenten fertiggestellt. Er starb am 13. Mai 1826 mit 45 Jahren. Spix und Martius wurden nach ihrer Rückkehr vom König geadelt und mit vielen Ehrungen bedacht, Spix zusätzlich zum Hofrat ernannt.

1994 wurde in Höchstadt der Ritter-von-Spix-Verein gegründet. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, dafür zu sorgen, dass die Leistungen des Naturwissenschaftlers nicht in Vergessenheit geraten. 2003 wurde mit Hilfe der Sparkasse eine Spix-Statue aufgestellt, und 2004 im Erdgeschoss des Spix-Hauses ein kleines Museum eingerichtet. Das Museum wurde vor zwei Jahren grundlegend renoviert und modernisiert. Die Mitglieder des Spix-Vereins betreiben dieses Museum für die Stadt Höchstadt und freuen sich über jeden Besucher. Spix wurde auch von seiner Heimatgemeinde Höchstadt sehr geehrt, als er im Juni 1821, also ein halbes Jahr nach der Rückkehr aus Brasilien, seiner Geburtsstadt einen Besuch abstattete.

Warmer Empfang in der Heimat

Das geht aus einem Artikel des fränkischen Merkur vom 22. Juni 1821 hervor, den Anton Wölker in seinem Buch "Aus der Geschichte der Stadt Höchstadt an der Aisch" wiedergegeben hat. "Während seines Aufenthaltes erwarb er sich besonders die allgemeine Hochachtung seiner Vaterstadt durch die ausgezeichnete Verehrung und kindliche Liebe, die er überall, in Wort und Tat, gegen seine ehrwürdige Mutter an den Tag legte. Nicht minder gefiel die anspruchslose Leutseligkeit gegen jedermann und die trauliche Herzlichkeit, die er gegen seine Jugendfreunde und alte Bekannten bewiesen hat. Er besuchte die an der südlichen Kirchentüre befindliche Grabstätte seines Vaters, der vor 29 Jahren bei einer damals hier herrschenden bösartigen Epidemie als Opfer seines Eifers im Dienste der Menschheit als Stadtchirurg gestorben war.... Am heutigen Morgen trat er in Gesellschaft seiner werten Mutter die Rückreise über Erlangen nach München an, wo die zu erwartende Ankunft der aus Brasilien mitgebrachten lebenden Tiere seine Anwesenheit erheischen." hf