Hendrik Kowalsky

Der Endgegner der Alligator am Sonntag hieß Benedikt Hötzinger. 48 Schüsse gab der Höchstadter EC auf das Tor des Füssener Torhüters ab. Nur einen davon ließ Hötzinger durch. Da der EV Füssen seine Chancen weitaus effizienter nutzte, blieben die Punkte im Allgäu.

Doch viel Zeit, um mit den vergebenen Möglichkeiten zu hadern, hat der HEC nicht. Am heutigen Dienstag (20 Uhr, Sprade TV) sind die Mittelfranken bei den Eisbären Regensburg gefordert.

Oberliga Süd, Männer

Eisbären Regensburg (2.) -

Höchstadter EC (5.)

Geht es nach dem Punkteschnitt, sind die Alligators sogar Tabellenvierter der Oberliga Süd . Trotz der 1:3-Niederlage in Füssen stehen die Alligators mit 1,68 Punkten pro Spiel knapp vor dem SC Riessersee (1,67). Doch die Garmischer haben schon 45 Punkte auf der Habenseite, Höchstadt steht bei 42 Zählern.

Dabei hätte das Team von Mikhail Nemirovsky am Sonntag durchaus nach Punkten mit Riessersee gleichziehen können. Vor allem im ersten Drittel dominierten die Alligators am Füssener Kobelhang, vergaben jedoch reihenweise beste Gelegenheiten. "Wir hatten Chancen ohne Ende. Die Führung hätte nach dem ersten Drittel höher ausfallen müssen", sagt Jörg Schobert, Sportlicher Leiter des HEC.

Dass es dazu nicht kam, lag neben dem starken Hötzinger am fehlenden Glück im Abschluss. Nur Milan Kostourek schaffte es, die Scheibe per Bauerntrick auf Zuspiel von Anton Seewald im Tor unterzubringen (14.).

Zuvor vergab Kostourek, als er frei aufs Tor zulief (3.), Jari Neugebauer scheiterte freistehend im Slot (5.). Und den strammen Schuss von Martin Vojcak fing Hötzinger stark (12.). Die einzige Füssener Chance im ersten Abschnitt hatte Marc Besl, dessen Schuss am rechten Pfosten vorbeizischte (10.). In der Schlussphase war es erneut Hötzinger, der Höchstadt verzweifeln ließ.

Effienz im Powerplay gibt den Ausschlag

"Die Füssener sind kampfstark, sie geben nicht auf. Wir haben es verpasst, uns abzusetzen, stattdessen haben sie ihre Chance genutzt und das Spiel gedreht", beschreibt Schobert, warum die Partie kippte. Als Thilo Grau auf der Strafbank saß, spielte Besl einen feinen Diagonalpass zu Marco Deubler, der links im Slot vollstreckte (29.).

Die Alligators verpassten es derweil, im Powerplay Tore zu erzielen. Sieben Mal durfte der HEC in Überzahl ran, ein Treffer fiel nicht. Anders der EV Füssen : Es liefen die Schlusssekunden des ausgeglichenen zweiten Drittels, als Besl von rechts abzog. Seinen Schlagschuss parierte Dirksen mit dem Schoner, den Abpraller drückte Florian Stauder über die Linie - das zweite Füssener Überzahltor bei nur drei Gelegenheiten (40.). "Ich will die Niederlage nicht am Powerplay festmachen. Wir haben viele Schüsse abgegeben, aber die Scheibe wollte nicht ins Tor" bilanziert Schobert. Im Schlussdrittel war Höchstadt wieder am Drücker, doch die Kiste schien wie vernagelt. Einen Konter über die rechte Seite vollendete Samuel Payeur schließlich zum 3:1 (38.). "Wir waren sicher nicht schlechter als Füssen , die Niederlage ärgert uns. Wir müssen es in Regensburg besser machen", blickt Schobert nach vorne.

Bei den Eisbären wollen die Alligators in die Erfolgsspur zurück - brauchen dafür aber einen Sahnetag. Diesen erwischte Höchstadt vor exakt drei Wochen: Im heimischen Eisstadion schoss Höchstadt den oberpfälzischen Aufstiegskandidaten mit 7:1 ab.

"Bei uns klappte damals alles, bei Regensburg war es das Gegenteil. Aber ich würde nicht darauf wetten, dass die Eisbären wieder so auftreten", sagt Schobert. Von einem Revanche-Spiel will der Sportliche Leiter ob des engen Spielplans zwar nichts wissen, dennoch erwartet Höchstadt eine Hammer-Aufgabe bei den Eisbären, die ihre elf Heimspiele in dieser Saison allesamt gewonnen haben. Zuletzt traten die Regensburger um Nikola Gajovsky (43 Scorerpunkte), Richard Divis (30) und Peter Flache (29 Punkte) viermal auswärts an. Nur das Spitzenspiel in Selb (2:4) ging verloren, am Sonntag gewann der Tabellenzweite beim Deggendorfer SC mit 6:5 nach Verlängerung.

Geht es nach Schobert, nimmt sich der HEC ein Beispiel an Füssen : " Regensburg hat eine starke Mannschaft, bei der wir unsere Chancen nutzen müssen. Füssen hat uns vorgemacht, wie das geht."