Angesichts der Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie hat Weihbischof Herwig Gössl die Bürger aufgerufen, die alternativen Wege des bargeldlosen Überweisens zu nutzen, um für die Caritas-Frühjahrssammlung zu spenden. Die Sammlungswoche, die in diesem Frühjahr bis zum 7. März dauert, wurde für das Erzbistum Bamberg am Sonntag mit einem Gottesdienst in Markt Erlbach im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim eröffnet, teilt der Caritasverband mit.

Traditionell erfolgt die Caritas-Sammlung in Form einer Haussammlung, bei der Ehrenamtliche an den Türen der Haushalte um Spenden bitten, und einer Kollekte im Gottesdienst des abschließenden Sonntags. Aufgrund der Pandemie könnten beide Möglichkeiten nur eingeschränkt durchgeführt werden. Bereits 2020 seien die Erlöse daher um rund ein Drittel zurückgegangen. Verstärkt gehen die Pfarreien laut Pressemitteilung daher dazu über, Flyer mit angehängtem Zahlschein oder Spendentütchen in die Briefkästen zu verteilen oder Überweisungsträger ihren Pfarrbriefen beizulegen.

Folgen der Pandemie lindern

Weihbischof Herwig Gössl wies darauf hin, dass die Caritas mit den gesammelten Spenden gezielt Betroffenen solcher Nöte helfen wolle, die durch die Pandemie aufgebrochen seien. Der Diözesan-Caritasverband habe dazu das Projekt "Digitale Bildung und Teilhabe" ins Leben gerufen. Es fördere Maßnahmen vor Ort, die benachteiligten Menschen den Zugang zu digitalen Angeboten erleichtern. Sei es, dass elektronische Kommunikationsmittel zur Verfügung gestellt werden. Sei es, dass es Schulungen oder Nachhilfe beim Homeschooling gibt. Dafür werde der Diözesan-Caritasverband 80 Prozent aus seinem Anteil am Erlös der Caritas-Sammlung verwenden.

Mit dieser Hilfe begründete Sabine Herderich, Vorstandsvorsitzende des gastgebenden Caritasverbands Scheinfeld und Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, warum man trotz Pandemie die Sammlung durchführe. Sie erinnerte besonders an Familien mit geringem Einkommen, die sich die Geräte für Homeschooling nicht leisten können.

In seiner Predigt ging Gössl auch auf das Motto der Sammlung ein: "Hinsehen. Handeln. Herzlichkeit." Oberflächlichkeit sei ein großes Problem unserer Zeit, kritisierte er. Vorschnelle Urteile und Entscheidungen "aus dem Bauch heraus", Neid und Fake News seien die Folge. Hinsehen meine ein echtes Wahrnehmen der Not im eigenen Umfeld. Dazu benötige man Ehrenamtliche und Freiwillige, die auf konkrete Probleme aufmerksam machten. Der Weihbischof ermutigte daher alle Pfarreien , sich Caritas zur Aufgabe zu machen und in den Pfarrgemeinde- und Seelsorgebereichsräten Caritas-Ausschüsse einzurichten. Aus den Erkenntnissen müssten dann aber auch Taten folgen. Zu handeln sei oft der schwierigste Teil.

Mit Kraft und Geduld zum Ziel

Gössl beklagte, dass durch eine zunehmende Flut bürokratischer Vorschriften "manch gute Idee auf der Strecke bleibt". Für den Weg des Handelns brauche es Kraft und Geduld. Sie könnten aus dem Glauben kommen. "Herzlichkeit" beschrieb Gössl als "nicht Fröhlichkeit oder Gemütlichkeit, sondern eine Unterstützung, die von Herzen kommt, weil in uns das Feuer der Liebe brennt". Sie gründe letztlich in der Liebe Gottes zu den Menschen. "Das ist die Kraftquelle für unser karitatives Tun."

Den Gottesdienst musikalisch begleiteten Doris Hübner und Veronika Pollok vom Caritas-Freiwilligenzentrum in Neustadt/Aisch. Mit vorbereitet wurde er von Pfarradministrator Daniel Bittel und Ehrenamtlichen aus Markt Erlbach. Der Gottesdienst wurde aufgezeichnet und kann im Youtube-Kanal des Seelsorgebereichs Oberer Aischgrund angeschaut werden: www.youtube.com/watch?v=Vn2mcbxt94o. red