Den Festgottesdienst und die Predigt zum Sebastiansfest in der Herzogenauracher Stadtpfarrkirche zele-brierte der ehemalige Herzogenauracher Kaplan Daniel Bittel, nunmehr Pfarradministrator von Neustadt/Aisch.

Unterstützt wurde er von Pater Claus Bayer, Stadtpfarrer Helmut Hetzel, Pfarradministrator Johannes Saffer und Kaplan Tobias Löffler.

Hetzel begrüßte die Anwesenden mit den Worten: „Wir feiern den heiligen Sebastian!“ Er fügte aber noch hinzu: „Wir werden allerdings keine Prozession durchführen – und auch keinen Spaziergang!“

Zu Bittel, der von 2014 bis 2016 als Kaplan in Herzogenaurach war, führte er aus: „Seine Pfarrei ist größer als unser ganzer Seelsorgebereich!“ Bei Oberniederndorf ist die Grenze zum Seelsorgebereich Aurach-Seebachgrund, da können sich Hetzel und Bittel treffen.

Hetzel stellte einen Bezug des Pestheiligen Sebastian zu Corona her, denn die Pest war früher für viele Menschen tödlich. Jetzt in einer Pandemiezeit gebe es andere Möglichkeiten zum Schutz des eigenen Lebens.

In seinem Grußwort meinte Daniel Bittel nur: „Liebe Herzogenauracher – da bin ich wieder!“ Er sei durch Herzogenaurach geprägt worden, aber auch durch die Heimatpfarrei seiner Mutter, die ebenfalls den heiligen Sebastian als Patron habe.

Die Offenlegung der Missbrauchsfälle in München am vergangenen Donnerstag habe alles anders gemacht. Aber seine Predigt hätte er schon länger geschrieben. Bereits vor einiger Zeit sei ihm die Idee für das Thema gekommen. „Denn im Jahr 1496 drohte die Pest Herzogenaurach zu entvölkern.“ Daher hätten die Bürger eine Sebastiani-Bruderschaft gegründet. Erhalten hätten sich deren Totenbuch und das Mitgliederverzeichnis; darin sei zum Beispiel auch aufgelistet, wie viel Wachs für Kerzen zu einer würdigen Feier nötig war. Auch der Sebastiansaltar in der Stadtpfarrkirche sei im Jahr 1505 durch Spenden der Bürger errichtet worden.

Zum Zitat „Die Not ward immer größer ...“ aus den Unterlagen der Bruderschaft ergänzte er, dass jede Generation von einer Not erzählen könne. Jetzt gebe es eine neue Form der Not , die Pandemie. Dazu kämen noch persönliche Nöte wie Existenzängste et cetera. Die Menschen damals hätten gelernt, mit der Not umzugehen.

Bittel nahm auch Bezug zur Lesung aus dem Petrusbrief mit dem Tenor „Lasst euch nicht erschrecken!“. Daraus zog er den Schluss: „Lasst uns dem Beispiel unserer Vorfahren folgen!“ Das bedeute, in der Fürbitte an den heiligen Sebastian Zuflucht zu suchen. „Denn der heilige Sebastian ist unser Garant!“ Der Sebastiansaltar zeige die Hoffnung, die die Herzogenauracher innerlich erfüllt habe. Mit den Worten: „Folgen wir der Standhaftigkeit des heiligen Sebastian und stellen wir uns und die ganze Stadt unter seinen Schutz!“ beendete Bittel seine Predigt .

Die Aussetzung der Monstranz und eine kleine Prozession der Geistlichen in der Kirche schlossen den Gottesdienst ab.