Am 24. September 2021 verstarb der gebürtige Herzogenauracher Pfarrer Theo Herold. Herold wirkte als Pfarrer in Kronach und Baiersdorf, er verbrachte seinen Ruhestand in Nürnberg und Herzogenaurach .

Theo Herold wurde am 25. November 1930 in Herzogenaurach geboren. Im elterlichen Anwesen am Hallertürlein, im sogenannten Schweinehirtenturm, wuchsen er und seine vier Geschwister auf. Nach dem Theologiestudium erhielt er am 31. Juli 1955 die Priesterweihe durch den Bamberger Erzbischof Josef Schneider im Dom zu Bamberg.

Seine erste Stelle als Kaplan in Ebensfeld trat er am 16. August 1955 an. Zum 1. März 1958 wechselte er als Kaplan nach Nürnberg in die Pfarrei Herz-Jesu. Von 1962 bis 1965 war er außerdem Stadtjugendseelsorger in Nürnberg. Ab dem 1. Mai 1965 wurde er Militärpfarrer in Lechfeld.

Die Pfarrei St. Johannes der Täufer in Kronach war ab dem 16. September 1976 die Wirkungsstätte von Pfarrer Theo Herold. Nach einigen Jahren in Kronach zog es ihn wieder in Richtung Heimat. Zum 1. Februar 1989 war er zum Pfarrer in Baiersdorf, St. Josef, ernannt worden. Herold übernahm in Baiersdorf am 1. Mai 1989 das Amt des KAB-Präses. Zum Erzbischöflichen Geistlichen Rat wurde er am Weihnachtsfest des Jahres 1990 ernannt.

Die Kirche in Baiersdorf war 1965 unter dem damaligen Pfarrer Klemens Fink erbaut worden. Dadurch konnte die Vorgängerkirche in einen Pfarrsaal umgebaut werden. Nur kurze Zeit nach seinem Dienstantritt strengte Pfarrer Herold im Jahr 1990 eine umfangreiche Renovierung der Kirche und des Umgriffs an. Das Jugendheim konnte renoviert und mit einer neuen Küche ausgestattet, außerdem die Hausmeisterwohnung ausgebaut werden.

Mit Liebe zum Detail

Herold begann eine neue Form der Wortgottesdienste in der Filiale Hagenau. Seine Vorliebe für intensive Liturgie und bis ins Letzte hinein gestaltete Gottesdienste waren in Baiersdorf bekannt.

Bei fast allen anstehenden Arbeiten und Renovierungen konnte er auf seine ehrenamtlichen Unterstützer zählen. Herold pflegte auch eine gute Ökumene mit der evangelischen Pfarrei und ihrem Pfarrer Reinhard Bogdahn. Dazu gehörte auch ein besonderer Agapegottesdienst in der Woche vor Pfingsten .

Für Theo Herold gehörte auch der Sport zum Leben eines Pfarrers , neben Fußball war Tischtennis sein Lieblingssport. Herold schrieb auch Betrachtungen für das Heinrichsblatt.

In den Ruhestand wurde er am 1. September 1999 versetzt. Er verbrachte diesen zunächst in Nürnberg und betreute dabei das Altenstift „Jakobus von Hauck“ seelsorgerisch. Vor kurzem war er in seine Vaterstadt Herzogenaurach zurückgekehrt, wo er nun auch starb.

Am Mittwoch konnten sich die Gläubigen und Verwandten bei einem Requiem von Pfarrer Herold verabschieden. Vor dem Altar stand sein Sarg, den Gottesdienst feierten gemeinsam mit Stadtpfarrer Helmut Hetzel die Geistlichen Georg Holzschuh, sein Nachfolger in Kronach, Mathew Kiliroor, sein Nachfolger in Baiersdorf, Elmar Klinger, Hans Reeg, einer seiner ehemaligen Kapläne , Wolfgang Schmidt , ebenfalls ein ehemaliger Kaplan und Hauptzelebrant, Pfarrer Georg Schneider, Nürnberg, Reinhold Seidl, Pfarrer von Herz Jesu in Nürnberg, Domkapitular Thomas Teuchgräber, Kronach und Anton Wagner, Militärdekan.

Stadtpfarrer Helmut Hetzel erinnerte sich an seine erste Begegnung mit Theo Herold. Dieser klingelte kurz nach seinem Dienstantritt in Herzogenaurach am Pfarrhaus und sagte dann nach dem Türöffnen: „So schaut der Pfarrer aus, bei dem ich beerdigt werde!“

Viele Redner würdigten seine zupackende und unkonventionelle Art: „Wir feiern den Weg vom Hallertürlein, wo er aufgewachsen ist, zum Himmelstor.“