Festlich mit den weiß-gelben Fahnen geschmückt, präsentierte sich die Herzogenauracher St.-Otto-Kirche am vergangenen Freitag. Denn es galt ein Jubiläum zu feiern: Vor 25 Jahren, am 28. März 1996, wurde die Filialkirchengemeinde St. Otto zur eigenständigen Pfarrei erhoben.

In einer Andacht feierte Pastoralreferent Thomas Matzick dieses Jubiläum mit den Gläubigen . Wenn er in die Gesichter der Anwesenden sehe, so gebe es darunter Menschen, die von Anfang an die Pfarrei begleiteten, sagte Matzick. Das Motto dieser Feier laute: „25 Jahre Pfarrei St. Otto – Gott geht mit!“

Die Erfahrungen mit der Pfarrei

Im Verlauf der Andacht berichteten Engagierte aus unterschiedlichen Phasen der Pfarrei von ihren Erfahrungen mit der Pfarrei .

So blickte Benedikt Hübner zurück auf die Entwicklung der Seelsorgestelle und verlas auch die durch das Erzbistum Bamberg ausgestellte Gründungsurkunde, die mit dem Satz endete: „Möge die Pfarrei durch die Fürbitte des Heiligen Otto gesegnet sein!“

Aber die Zeit bleibt nicht stehen. Seit dem Jahr 2006 gibt es eine Kooperation mit der Stadtpfarrei St. Maria Magdalena und St. Josef in Niederndorf. 2019 wurde der Seelsorgebereich Aurach-Seebachgrund gegründet.

Matzick bescheinigte dem Schiff der Pfarrei , dass es manchen Sturm erlebt, aber auch ruhiges Fahrwasser gesehen habe.

Die musikalische Umrahmung übernahm eine Auswahl des Otto-Chors mit dem Lied „Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt!“ Die Strophen wurden abwechselnd mit den Anwesenden gesungen. Außerdem musizierten das Ehepaar Weitner-Breun mit Orgel und Trompete sowie Alexander Ort an der Orgel.

Erwin Hacker erinnerte an den Auslöser für die Gründung einer neuen Pfarrei , der Bevölkerungszuwachs von Herzogenaurach in den 1960er und 1970er Jahren. Im Jahr 1975 wurde der katholische Kindergarten St. Otto als erster Baustein für die Kirchengemeinde errichtet. Bereits 1976 konnten erste Gottesdienste im Gymnastikraum des Kindergartens gefeiert werden. Als Seelsorger wirkte der damalige Kaplan Franz Noppenberger.

Zunächst eine Holzkirche eingeweiht

Am 1. Dezember 1979 konnte eine Holzkirche eingeweiht werden, den Mesnerdienst übernahm Betty Lehner. Franz Noppenberger legte auch selbst Hand mit an, wenn es darum ging, Verschönerungen im Umgriff der Kirche vorzunehmen. In der Seelsorge wurde er von Pastoralreferent Norbert Schleicher unterstützt. Die Mesnerdienste gingen nach einigen Jahren von Betty Lehner an die Familie Schymura über, als Pfarrsekretärin wirkte Monika Welker.

Am nunmehr bestehenden Kirchenbau von St. Otto konnte am 27. September 1992 das Richtfest feierlich begangen und am 26. September 1993 der erste Gottesdienst in dem Gotteshaus gefeiert werden.

Im Dialog blickten Claudia Hinrichsen und Olga Wormser, quasi die „zweite Generation“, auf ihre Zeit in und mit St. Otto zurück, vor allem auf die 1990er Jahre. Der Otto-Chor wurde gegründet, das Otto-Fest Ende September hatte oft mehrere Anlässe, sei es die Verabschiedung pastoraler Mitarbeiter oder deren Einführung. Für die Tombola und das spätere Otto-Lotto war zu Beginn noch viel Improvisation nötig.

Der Guss der vier Kirchenglocken

Ein ganzer Bus mit Mitgliedern der Gemeinde war beim Guss der vier Kirchenglocken in Heilbronn dabei. Nach ihrer Ankunft in Herzogenaurach wurden sie mit einem Festzug an ihren neuen Bestimmungsort überführt.

Beide erinnerten auch daran, dass zu Beginn die Form des Glockenturms nicht unumstritten war – bis der Glockengießer diese Form des Turms für ideal erklärte, um den Klang der Glocken über die Stadt erschallen zu lassen. „Die Störche lieben unseren Glockenturm seit Jahren!“, sagte Olga Wormser. Bei der Weihe wurden in den Altar Reliquien der Heiligen Faustus, Amanda und Clemens eingesenkt, allerdings keine Reliquien des Kirchenpatrons selbst.

25 Jahre sind eine lange Zeit, aber wie es weitergeht, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. Auf einem Zettel konnten die Gläubigen ihre Ideen, Wünsche und Vorstellungen notieren und in das Modell des Kirchenschiffs einlegen.

An den Ausgängen konnten die Besucher gegen eine Spende noch kleine Glocken zur Erinnerung an die Glockenweihe erwerben.