Mit der Finissage schloss die Pop-up-Fotogalerie, die sich im Rahmen des Kulturfestivals „Hin & herzo“ mit dem Thema Perspektiven beschäftigte. Der Fotoclub Herzogenaurach zeigte über 25 Werke, die sich mit dem Festivalthema auseinandersetzten, und die Kölner Fotografin Caroline Brünen beschäftigte sich mit dem Thema Mutterschaft.

So gab es bei der gut besuchten Finissage, umrahmt von Roland Müller (Gitarre) und Norbert Mayer-Venus (Kontrabass), im ehemaligen Reformhaus Dorweiler an der Hauptstraße am letzten Tag nur zufriedene Mienen, sowohl bei den Mitgliedern des Fotoclubs als auch beim Amt für Stadtmarketing und Kultur für die erfolgreiche Doppelausstellung.

Thema Mutterschaft

Dass die Ausstellung nicht nur gut angenommen wurde, sondern das Thema Mutterschaft auch die Besucherinnen und Besucher beschäftigte, war den Zitaten zu entnehmen, die Bürgermeister German Hacker vortrug. So sind die künstlerischen Arbeiten der Fotografin Caroline Brünen dokumentarisch angelegt und drehen sich um Fragen nach Identität, Marginalisierung und Repräsentation. Thematisch greift sie häufig gängige Klischees auf, die sie zu hinterfragen und zu dekonstruieren versucht. Denn die Fotografin bezieht ihren subjektiven Blick auf verschiedene Weisen in ihre Arbeiten mit ein.

Auch beim Fotoclub ging es um fotografische Sichtweisen und Blickwinkel. Die Stadt hatte dies in ihrer Einladung so formuliert: „Wie in der Kunst allgemein gibt es auch für den Fotografen das Mittel der Perspektive, um eine Bildidee gekonnt in Szene zu setzen. Die Perspektive beschreibt dabei den Blick der Kamera auf die Szene. Eine Änderung der Perspektive kann der Fotograf – sofern er nicht die Szene selbst verändert – nur durch die Veränderung des Kamerastandorts erreichen.“

Wie die Mitglieder des Fotoclubs erläutern, lässt sich mittels der Perspektive oder des Bildwinkels eine Bildaussage deutlich verändern. So spielten die acht beteiligten Mitglieder des Fotoclubs mit den Perspektiven, und es kamen die Vogel-, die Frosch- oder Normalperspektive hinzu. Ganz nah heranzugehen sei abei auch eine Möglichkeit, um eine interessante Stimmung zu kreieren. Besonders interessant werde es, wenn man sich nicht an starre Regeln halte.

Durch entsprechende Spielereien lasse sich Perspektive auch konstruieren und der Betrachter eventuell sogar in die Irre führen. Dabei gehe es um das Sehen und Schauen und Ausdrücken. Auch das Motiv selbst könne eine Perspektive sein, das heißt, eine Aussicht in die Zukunft oder die Darstellung einer Chance, wobei auch Perspektivlosigkeit eine Aussage sein könne.

Zwischennutzung kommt gut an

Das Reformhaus Dorweiler ist Ende August 2022 in die Räume der ehemaligen Beyschlagschen Apotheke umgezogen. Die Stadt Herzogenaurach hat zum Zwecke der Zwischennutzung – bevor wieder ein Ladengeschäft einziehen wird – die Räume gemietet und stellte sie für die Ausstellung zur Verfügung.

Für Helga Speth vom Fotoclub sind die Räume ein idealer Ausstellungsraum inmitten der Stadt und bieten sich für das Kulturfestival 2023 mit dem Thema „Zeit und Zeiten“ regelrecht an, was der Bürgermeister schmunzelnd zur Kenntnis nahm. Sae