Zur Berichterstattung über die Südumfahrung Niederndorf:

Nach jahrzehntelangen Diskussionen, Beschlüssen im Stadtrat mit großer Mehrheit, Planungen, der Untersuchung möglicher Alternativen und Gutachten wurden endlich die Planfeststellungsunterlagen für eine Südumfahrung um Niederndorf und Neuses eingereicht. Auch ich konnte hoffen, dass in absehbarer Zukunft unser Martyrium, verursacht durch den ex-tremen Lkw-, Bus- und Pkw- Verkehr, beendet wird.

Selbst ernannte Verkehrsexperten behaupten nun, vieles besser zu wissen, und wollen aufklären. Eine offensichtlich ortsunkundige Sprecherin des BI fordert u.a. ein intelligentes Verkehrleitsystem zur Umlenkung des Verkehrs auf bereits stark befahrene Straßen und Busvorrangschaltungen, obwohl es keine Busspuren gibt.

Das Ganze gipfelt in einem Faltblatt mit Unterschriftenlisten, das in Herzogenaurach verteilt wird, welches nur so mit billigen Taschenspielertricks gespickt ist. Es wird kommentarlos ein Kind auf einem Fahrrad gezeigt. Ein Zitat zur Nachhaltigkeit aus dem Zusammenhang gerissen und der Eindruck erweckt, dass die Fa. Schaeffler gegen die Südumfahrung ist.

Es werden selbst zusammengeschusterte Fotomontagen abgedruckt, die unrealistisch große Brücken zeigen, obwohl es professionell hergestellte, maßstabsgetreue Fotomontagen gibt. Die Gegner möchten lieber die Steuergelder u.a. für vier riesige Parkplätze an den Stadteinfahrten (u.a. bei Burgstall, vor Neuses) und für zehn zusätzliche Busse für ein Park-and-Ride-System ausgeben, obwohl es bei den drei Weltfirmen schon genügend Parkplätze und Parkhäuser gibt.

Es werden natürlich keine Angaben gemacht, wie viele Hektar Landverbrauch die angedachten vier großen „Park-and-Ride-Parkplätze“ und die auch gewünschten 50 Kilometer Radwege benötigen – meine Schätzung liegt bei 15 bis 20 Hektar, was doppelt so viel ist wie für die Südumfahrung. Als leidenschaftlicher Radfahrer bin ich auch für den Ausbau von Radwegen , aber aus Verkehrsicherheitsaspekten.

Aufgrund der bei uns herrschenden Witterungsverhältnisse ist es völlig unrealistisch, zu glauben, dass sich damit der Pkw-Verkehr nennenswert reduzieren lässt. Irrwitzigerweise werden jedoch konkrete Zahlen zum Verkehrsaufkommen in ausgewählten Straßen im Jahr 2035 genannt.

Bzgl. der Stub wird im Faltblatt fälschlicherweise behauptet, dass sie die Verkehrlast nur um zwei bis drei Prozent reduziert, für Herzogenaurach bringt sie aber viel mehr. Dass mittelfristig, durch die stark steigende Zahl von elektroangetrieben Fahrzeugen und durch die Reduzierung von Staus , der CO2 -Ausstoß auf der Südumgehung reduziert wird, wird auch nicht erwähnt, sondern das Gegenteil behauptet. Für den extrem lauten und gefährlichen Lkw-Verkehr wird keine einzige realistische Alternative aufgezeigt, weil es keine zur Südumfahrung gibt. Nur die unwahrscheinliche Wunschvorstellung, einen Teil des Lkw-Verkehrs durch die Umlagerung auf die Stadtumlandbahn zu reduzieren, wird völlig unabgestimmt mal so hingeschrieben.

Einige der zahlreichen Vorschläge der Gegner können bestenfalls als punktuelle Ergänzungen zur Südumfahrung gesehen werden. Sie lösen mit Sicherheit nicht die Verkehrsprobleme in Niederndorf, Neuses und Herzogenaurach .

Burkhard Simon

Herzogenaurach