Wenn die Stadt Höchstadt einen neuen "Vereinsbus" anschafft, dann sollte es auf jeden Fall ein Elektrofahrzeug sein. Diese Auffassung vertritt das Energie-Team der Stadt Höchstadt in einer Stellungnahme zu diesem Thema.

Der lokalen Presse sei zu entnehmen gewesen, dass der über Außenwerbung finanzierte Vereinsbus der Stadt Höchstadt nach 14 Betriebsjahren gegen einen neuen ausgetauscht werden solle. Geplant sei die Beschaffung eines Mercedes-Busses mit Dieselantrieb, heißt es in der Stellungnahme des Energie-Teams. Ein vergleichbares Fahrzeug mit Elektroantrieb solle nicht verfügbar sein. Außerdem werde grundsätzlich die Reichweite der batteriebetriebenen Fahrzeuge als zu gering angesehen. Der neue Kleinbus werde vermutlich wieder mindestens 14 Jahre, also bis 2035, genutzt.

Das Energie-Team der Stadt Höchstadt ist der Meinung, dass es in der heutigen Zeit nicht angehe, ein Verbrennerfahrzeug zu kaufen, das bis in die Mitte des nächsten Jahrzehnts betrieben wird. Die Stadt Höchstadt sollte den Klimaschutz endlich ernster nehmen. Und die finanzierenden Gewerbetreibenden wollten doch sicherlich nicht über einen solch langen Zeitraum auf einem "Klimakiller" ihre Werbung platzieren.

Alternativen aufgezeigt

Mehrere Hersteller böten verschiedene Elektrokleinbusse mit sieben bis neun Sitzplätzen und Reichweiten bis zu 430 Kilometern an. Volkswagen bringe 2022 den ID.Buzz (VW-Bus) mit einer angegebenen Reichweite von bis zu 600 Kilometern auf den Markt. Die Firma Mercedes beispielsweise habe derzeit einen vollelektrischen Kleinbus (EQV, Achtsitzer, Reichweite bis 418 Kilometer, für etwa 70 000 Euro) im Angebot, die französische Firma Citroén einen Neunsitzer (E-Spacetourer) mit einer Reichweite von 330 Kilometern für etwa 57 000 Euro. Wenn die staatliche Förderung abgezogen werde, sei dieses Fahrzeug für unter 50 000 Euro zu haben.

Auch laufende Kosten relevant

Bei Kostenvergleichen zwischen Elektro-Autos und Verbrennerfahrzeugen dürften nicht nur die Anschaffungskosten betrachtet werden, da die laufenden Kosten eines Elektrofahrzeuges deutlich unter denen eines Dieselfahrzeuges lägen, argumentiert das Energie-Team. So entfalle nicht nur die Kfz-Steuer , sondern auch die Wartungskosten seien aufgrund einer erheblich geringeren Anzahl an Verschleißteilen wesentlich niedriger. Da auch die Stromkosten unter den entsprechenden Kraftstoffkosten lägen, schnitten die Elektrofahrzeuge in puncto Wirtschaftlichkeit deutlich besser ab. Dies gelte bereits heute bei einer noch recht moderaten CO2-Bepreisung, die in Zukunft steigen werde.

Das Argument der zu geringen Reichweite will das Energie-Team nicht gelten lassen: Für die meisten Fahrten dürfte nach seiner Meinung die angegebene Reichweite völlig ausreichend sein. Zudem könne die Batterie am Zielort für die Rückfahrt wieder aufgeladen werden. Und sollte doch einmal eine längere Strecke am Stück gefahren werden müssen, böten immer mehr neu hinzukommende Schnellladestationen (alle 50 bis 70 Kilometer an den Autobahnen) die Möglichkeit zur Aufladung zwischendurch. Die kleine Pause könnten die Mitfahrer für gemeinsame Bewegungsspiele und eine Tasse Kaffee nutzen. Entschleunigung liege voll im Trend.

Niemand habe behauptet, dass die Energiewende und der Klimaschutz leicht sein würden, erklärt das Energie-Team. Und natürlich gehe es schneller, an einer Tankstelle 90 Liter Diesel in den Tank zu füllen, als eine Batterie im Schnelllademodus aufzuladen. "Aber wenn wir nicht einmal bereit sind, von unseren liebgewonnenen Gewohnheiten wenigstens ein kleines Stückchen abzuweichen und vielleicht auch geringe Zeiteinbußen hinzunehmen, dann wird es nix mit dem Klimaschutz , und unsere Zukunft schaut zappenduster aus", schreibt das Energie-Team.

Zeichen für den Fortschritt setzen

Der von (fast) allen geforderte und gewollte Klimaschutz sei nicht zum Nulltarif und ohne Bereitschaft zur Änderung unseres Verhaltens zu haben. Das Energie-Team der Stadt Höchstadt kann dem Stadtrat daher nur dringend raten, bei einer Investition für die nächsten 15 Jahre keine Steinzeittechnologie zu wählen, sondern ein Zeichen für den Fortschritt zu setzen. red