Gleich an zwei Tagen hintereinander ist das Theater Kuckucksheim am Wochenende zu Gast in der Fortuna Kulturfabrik in Höchstadt.

Am Freitag, 29. Oktober, bringt das Team von Stefan Kügel um 20 Uhr das Stück „We are the champions – Mir sinn die Größdn. Eine fränkische Viecherei mit saustargen Songs “ für Jugendliche und Erwachsene auf die Bühne. Drei „kobberneggische Kunden“ sind völlig am Boden und fertig mit der Welt – nichts als Probleme am Hals und keine Aussicht auf Besserung ihrer miserablen Lage.

Da stoßen sie zufällig auf die uralte Geschichte von den vier Tieren, denen es an den Kragen geht, weil sie nutzlos geworden sind und deshalb ausgemustert werden sollen – also machen sie sich auf, um in Bamberg Stadtmusikanten zu werden, denn etwas Besseres als den Tod finden sie überall.

Für die drei gestrandeten Franken entpuppen sich diese „vier Viecher“ als Nothelfer und Vorbilder: Sie sind Underdogs wie sie selber – aber sie tun was! Sie brechen auf und suchen das Weite: die Freiheit und ein neues Leben.

Beim Spiel mit dieser „dierisch schönen Gschicht“ finden die „kabudden Helden“ das, was sie bitter nötig haben: Mut und Stärke, Hoffnung und Freude . Unterstützt werden sie dabei von den „saustargen Songs “, die sie in ihrem Herzen tragen und dann anstimmen, wenn sie solche Oldies brauchen als Seelenbalsam und Wegbegleiter. So wachsen die scheinbaren Verlierer über sich selbst hinaus und erobern sich ihren Platz in der Welt. Am Ende sind sie wie verwandelt und können aus vollem Herzen mit Leib und Kehle singen: „Mir sinn die Größdn!“

Am Samstag, 30. Oktober, folgt dann passend zur Zeitumstellung ebenfalls um 20 Uhr „Die g’schenkte Stund“, ein fränkisches Nachtstück von Helmut Haberkamm, Figurentheater für Jugendliche und Erwachsene . „Die g’schenkte Stund“ schlägt in jener Nacht, in der die Zeit umgestellt wird, wenn der Herbst in Franken Einzug hält. Dann kommen die Verblichenen in ihren Heimatort zurück, weil es noch etwas zu erledigen gilt: Die Gundel, die den Pfarrer auf dem Gewissen und ihren Mann betrogen hat, der Haxerdsheiner, von dem eine junge Kindergärtnerin schwanger wurde, der Nickel, der vor Urzeiten bei einem Bauernaufstand ums Leben gekommen ist, die singenden Soldaten am Kriegerdenkmal …

Ein singender Totengräber

Sie alle suchen ihren Frieden, aber sie haben nur eine einzige Stunde Zeit. Auf der Suche nach einem Sterblichen treffen sie auf den Galsterer, den Totengräber des Dorfes. Aber dem ist das alles nicht geheuer, er will mit ihnen nichts zu tun haben. Um sie sich vom Leib zu halten, beginnt er zu erzählen, zu singen und zu spielen, Geschichten und Lieder von den Bewohnern des Ortes, von den Lebenden und den Verstorbenen – bis seine Verfolger am Ende einstimmen: „Ach, die Doodn, die hamms schee!“

Karten für beide Stücke gibt es noch auf der Internetseite des Theaters unter www.kuckucksheim.de. Es gilt die 3G-Regel. red