Dass sicheres und ausdauerndes Schwimmen keine Altersgrenze hat, bewies Vincenz Kriegel beim „Tag des Abzeichens“, welcher von der Wasserwacht-Ortsgruppe Höchstadt im Freibad ausgerichtet wurde. Souverän absolvierte der 80-Jährige sämtliche Vorgaben wie vier Bahnen in 15 Minuten schwimmen, ein Paketsprung vom Einmeterbrett, das Tauchen nach einem Hartgummiring sowie das Vortragen von Baderegeln, um schließlich das Schwimmabzeichen in Bronze vom Vorsitzenden der Ortsgruppe, Alexander Pauls, entgegenzunehmen.

„1961 habe ich bei der Bundeswehr den Rettungsschwimmer gemacht“, berichtet der Pommersfeldener, „das war damals auch bei der Wasserwacht “. Laut Frank Herberger, Technischem Leiter der Ortsgruppe, steht seit 2020 bei der Abnahme der Abzeichen nicht mehr die Zeit im Mittelpunkt, sondern die Ausdauer und Schwimmsicherheit der Schwimmer . Ablegen konnte man völlig unbürokratisch und ohne Anmeldung die Prüfungen zum Seepferdchen, zum Seeräuber sowie zum Schwimmabzeichen in Bronze, Silber oder Gold.

Kühles Wetter

Dem eher kühlen und windigen Wetter geschuldet war der Ansturm nicht ganz so groß wie in den letzten Jahren, so dass am Ende nur zehn Absolventen zu verzeichnen waren. Der neunjährige Clement Stein zögerte zuerst, doch dann machte der kleine Nackendorfer nicht nur das Seepferdchen, sondern schob auch gleich noch den Seeräuber hinterher. Schlotternd vor Kälte und mit klappernden Zähnen nahm er die Abzeichen voller Stolz entgegen.

Lilia (10) und Kai (13) sind mit Papa Alexander Wolkow (45) aus Weisendorf gekommen. Eigentlich zum Schwimmen, doch dann absolvierte Lilia das Schwimmabzeichen in Bronze, der Papa und Bruder Kai ergatterten das Schwimmabzeichen in Gold, dabei an ihrer Seite Frank Herberger und der stellvertretende Jugendleiter Timo Kraus. Vom Abzeichensegen der Familie angesteckt erschien eine gute Stunde später noch Mama Bianca. Die 34-Jährige legte nun ebenfalls das goldene Schwimmabzeichen ab.

Mats Lösel war mit Mama Anja im Bad. Zuerst hatte er ein wenig Bammel, weil er noch nicht so gut tauchen kann, doch am Ende durfte sich der Siebenjährige über seinen Seepferdchen-Aufnäher nebst dazugehörigem Pass freuen, welchen er von Herberger, Oliver Kraus (stellvertretender Technischer Leiter) und „Loti“ überreicht bekam. „Loti“ ist seit Ende 2020 das Maskottchen der Bayerischen Wasserwacht und steht für die Förderung der Wassergewöhnung und Schwimmfähigkeit unter dem Slogan „Ab ins Wasser mit Loti“.

Ins Leben gerufen wurde die Aktion mit dem zarten Wesen, welches angelehnt ist an das Axolotl, einen flinken mexikanischen Schwanzlurch, aufgrund der durch Corona ins Stocken geratenen Schwimmförderung. Doch es ging nicht nur um das Ablegen von Schwimmabzeichen an diesem Tag. Auch über die Wasserwacht selbst und deren Einsatzmöglichkeiten konnten sich die Besucher informieren.

Lust aufs Schwimmen machen

Manfred Riedel (37) beispielsweise zeigte reges Interesse an der Ausbildung zum Taucher . Alexander Reiß, der gerade selbst diesen Lehrgang absolviert hat, sorgte mit seinem fundierten Wissen dafür, dass bei Riedel am Ende keine Fragen offenbleiben.

Zudem konnten Interessierte sich an den ausliegenden Faltblättern bedienen, die nicht nur den Kleinen Lust aufs Schwimmen machen sollen, damit aus jedem Nichtschwimmer ein Schwimmer wird – und vielleicht aus so manchem Schwimmer ein Rettungsschwimmer .