Unter Wahrung des kirchlichen Hygieneschutzkonzeptes der St. Georgspfarrei und mit den Mindestabstandeinschränkungen, die die Einbeziehung der Plätze auf den Emporen in der Stadtpfarrkirche nötig machte, fand der diesjährige Volkstrauertag in Höchstadt statt. Dies ermöglichte immerhin knapp 100 Menschen, an der Feier teilzunehmen.

Im Gottesdienst bezog sich Stadtpfarrer Kilian Kemmer in seiner Ansprache auf die biblischen Texte, die ein Weltuntergangsszenario zeichneten. In Krisenzeiten gab es immer endzeitliche Gedanken, so Kemmer. Die Vorzeichen dafür liegen seiner Meinung nach auch gegenwärtig auf der Hand: Pandemie und ökologische Katastrophen hielten die hochentwickelten Kontinente Amerika und Europa nur in Asien und Afrika für möglich. Doch dieser Schein trügt in jeder Hinsicht schon lange. „Die Natur liegt am Boden und kann nicht mehr länger so weitermachen, sie muss sich spürbar wehren.“

Fehlende Vorbilder in Kirche und Politik tragen nicht dazu bei, dass Glaubwürdigkeit und Vertrauen wachsen. Dies sei für den Erhalt des Friedens jedoch eine notwendige Voraussetzung, so Kilian Kemmer . Die Verantwortung für die Natur und die Rechenschaft vor Gott seien bereits zu lange auf der Strecke geblieben. „Ob wir zum Mond fliegen, ist nicht wichtig. Die Frage, wie nahe wir dem Himmel kommen wollen, stellt sich prioritär in Krisenzeiten.“

Höchstadts Zweiter Bürgermeister Günther Schulz gestaltete heuer die Gedenkfeiern in Schwarzenbach, Etzelskirchen und Höchstadt.

Der Volkstrauertag mahnt nach seinen Worten die Erhaltung des Friedens innerhalb des Landes an und ebenso als Anstrengung für die Außenpolitik. Kriegerische oder terroristische Auseinandersetzungen und auch Querdenkermentalität inmitten Europas gäben hierbei Anlass zur Sorge – was die bleibende Aktualität des Volkstrauertages begründe, so Günther Schulz.

Das Gedächtnis an die Toten sprachen Vikarin Michaela Wüst und Stadtpfarrer Kilian Kemmer , bevor die Fahnenabordnungen der Vereine und der Feuerwehr mit der Stadtkapelle zum Heldenfriedhof zogen, wo die Kranzniederlegungen zum Lied „Vom guten Kameraden“ stattfanden und die Nationalhymne gesungen wurde. LM