Der Name hat ein bisschen was von Urlaub: „Leseinsel“ heißt die neue Einrichtung im dreistöckigen Gebäude mit der Hausnummer 7 an der Hauptstraße in Weisendorf , gegenüber dem Marktplatz. Am Sonntagnachmittag wurde die „Leseinsel“ durch Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein eröffnet und damit ein gemeindlicher Treffpunkt für Jung und Alt geschaffen.

„Ein kleines Bücherregal haben wir ja im Rathaus, Bücher gibt es auch in der Schulbibliothek, aber unsere ehrenamtlichen Bücherdamen konnten und wollten sich damit aber nicht zufriedengeben“, erzählt der Bürgermeister . Das Projekt lebt vom Zusammenwirken vieler Akteure: Der Vorschlag, ein offenes Bücherregal in Weisendorf zu eröffnen, kam bereits 2010 aus dem Mehrgenerationenhaus. Das „Offene Bücherregal“ im Foyer des Rathauses ist ein Angebot für Leseratten und Bücherliebhaber jedes Alters. Wer etwas aus dem offenen Bücherschrank herausnimmt, sollte ein anderes lesenswertes Buch wieder hineinstellen. Dabei ist es ist egal, ob es sich um ein Sachbuch , einen Roman oder ein Kinderbuch handelt. Dieses Prinzip wurde auch von der „Leseinsel“ übernommen, die von Ehrenamtlichen und Lesepaten der Grundschule betreut wird.

Die Idee: Jeder kann sich ein Buch herausholen, es direkt vor Ort lesen oder mit nach Hause nehmen und später zurückbringen – wie in einer Bibliothek , nur ohne Mitgliedsausweis und Ausleihfristen, kostenfrei und anonym.

Eigentlich sollte die „Leseinsel“ schon zum ersten Advent in Betrieb gehen, die Eröffnung musste aber wegen Corona verschoben werden. Nadine Scharrer von der Hauptverwaltung Freizeit und Kultur, Hausmeister, Mitarbeiter des Bauhofes und Lesepaten der Grundschule möblierten und bestückten die „Leseinsel“ mit rund 3000 Medien. Sämtliche Bücher und CDs wurden gespendet. „Natürlich nehmen wir weitere Buchspenden an, sie sollten aber mit uns abgesprochen werden“, sagt Steffi Meinel vom „Leseinsel“-Team, denn die Bücher werden, bevor sie ins Regal kommen, auf Inhalt und Zustand geprüft.

Zur Eröffnung kamen auch Pfarrer Wilfried Lechner-Schmidt und mit Jutta Kattner, Christiane Kolbet, Norbert Maier und Roland Maier auch Mitglieder des Marktgemeinderats.

Von der Gemeinde wird ein Budget zur Verfügung gestellt, das zum Kauf neuer Medien, aber auch für Lesungen und kleine kulturellen Veranstaltungen verwendet werden kann, wie Steffi Meinel erklärt.

Namentlich bedankte sich der Bürgermeister bei Nadine Scharrer, Petra Embacher, Ingrid Steidl, Steffi Meinel und Christiane Kolbet. Hertlein konnte den Eröffnungsbesuchern einiges zur Geschichte des Hauses erzählen. Es war früher das einzige dreistöckige Gebäude in Weisendorf . „Es war ein Kaufhaus mit Lebensmitteln, Allgemeinbedarf, Jacken und Hosen und schmackhaftem offenen Eis“, weiß der Bürgermeister . Da sich der Lebensmitteleinzelhandel immer mehr zu Supermärkten entwickelte, wurde das Kaufhaus Dreßel nicht mehr weitergeführt, aufgegeben und beheimatete in der Folgezeit eine Fahrschule und später einen Schnellimbiss. Im März 2016 erwarb die Gemeinde das Haus. Öffnungszeiten: Montag 10 bis 11.55 Uhr, Mittwoch 14 bis 16 Uhr, Donnerstag 16 bis 18 Uhr, Samstag 12 bis 14 Uhr.