Seit knapp zwei Wochen ist das Tragen einer hochwertigen Schutzmaske ( FFP2 bzw. deren Alternativen mit der Kennung KN95 oder N95) beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr bayernweit Pflicht. Die hochwertigen Vliesmasken schützen ihre Träger unter anderem deshalb, weil sie eng am Gesicht anliegen. Doch wie reagiert die Gesichtshaut auf das andauernde Maskentragen? Dr. Nicola Wagner, Leiterin der Allergieambulanz der Hautklinik des Universitätsklinikums Erlangen und Sprecherin des Allergiezentrums, erläutert, was jetzt bei der Hautpflege besonders zu beachten ist.

Nicht nur das Atmen fühlt sich durch eine FFP2-Maske ein bisschen anstrengender an, auch an die Haut dringt durch das schützende Vlies und dessen hohe Filterwirkung weniger Luft als zum Beispiel durch eine Alltagsmaske aus einlagiger Baumwolle. Das wirke sich auch auf das Hautmilieu aus, erklärt Nicola Wagner: "Unter der Maske nimmt die Feuchtigkeit auf der Haut zu. Es gibt aktuelle Studien, die belegen, dass nicht nur der pH-Wert ansteigt, sondern auch die Talgsekretion. Zusätzlich werden auch die Innenseiten der Masken im Verlauf der Benutzung bakteriell besiedelt. Dadurch können sich Hautrötungen oder kleine Pickel bilden."

Möglichst viele Maskenpausen

Um hier gegenzusteuern, sollte die Gesichtshaut mit pH-neutralen Reinigungsmitteln ohne Alkohol gereinigt werden, empfiehlt die Dermatologin . "Wichtig ist, der Haut so oft wie möglich eine Maskenpause an der frischen Luft zu verschaffen."

Allergische Reaktionen der Gesichtshaut auf die eng anliegende Maske träten eher selten auf, berichtet Nicola Wagner. "Kommt es zu Kontaktallergien, werden diese vor allem durch die Gummibänder im Bereich der Kontaktstellen an Wangen und Ohren ausgelöst. Wenn sich deshalb an den Kontaktflächen der Masken oder Haltebänder anhaltende, juckende Ekzeme bilden oder diese aufgrund von anhaltendem Druck oder Scheuern entstehen, zum Beispiel weil die Maske zu straff sitzt, ist eine medizinische Behandlung erforderlich", betont die Allergologin. Um die schützende Filterleistung der hochwertigen Schutzmasken zu erhalten, sollten diese möglichst nur über die Gummischlaufen berührt und nicht geknickt werden.

Vor Reizungen schützen

Dermatologisch vorbelastete Menschen können ihre Gesichtshaut durch entsprechende Pflege vor zusätzlichen Reizungen schützen. "Neurodermitiker sollten ihrem Hautbefund angepasst auf eine ausreichende Pflege mit Feuchtigkeit und gegebenenfalls - bei zu großer Trockenheit - auch auf eine leichte Rückfettung achten. Menschen mit einer Neigung zu Akne oder Rosacea sollten hingegen ihre Haut weiterhin ausreichend mit nicht-komedogener Feuchtigkeitscreme versorgen." red