„Der Topf war praller gefüllt als gedacht.“ Die gute Nachricht aus dem Jahr 2020 verkündete Tobias Weiß in der Haushaltssitzung der Marktgemeinde Lonnerstadt . Der Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft zielte damit insbesondere auf die Gewerbesteuereinnahmen des vergangenen Jahres ab: 200 000 Euro hatte er im Haushalt angesetzt. Eingegangen waren 2020 tatsächlich knapp 322 000 Euro, somit war ein Plus von fast 61 Prozent zu verzeichnen.

Der positive Trend scheint sich im laufenden Haushaltsjahr fortzusetzen. Für 2021 hat Weiß bei den Einnahmen aus der Gewerbesteuer „vorsichtig“ 350 000 Euro angesetzt. Er scheint jedoch mit weit mehr zu rechnen.

Wegen des Schulbetriebs konnte die Haushaltssitzung dieses Mal nicht in der Schule stattfinden. Das Gremium musste in den Sitzungssaal der VG nach Höchstadt ausweichen. Bei Abwesenheit eines Gemeinderats wurden dort alle Beschlüsse einstimmig gefasst. Am Ende konnte Weiß großes Lob für sein Zahlenwerk einheimsen.

Immerhin soll im 4,1 Millionen umfassenden Verwaltungshaushalt eine beachtliche Zuführung in Höhe von 350 000 Euro erwirtschaftet werden. Bei einer Haushaltslegung im September, wenn bereits viele Zahlen vorliegen, dürfte dies wohl keine Luftnummer sein.

Der diesjährige Vermögenshaushalt von 3,4 Millionen kann ohne neue Kreditaufnahme ausgeglichen werden. Um die Investitionen zu finanzieren, wird jedoch eine Entnahme aus den Rücklagen in Höhe von 1,3 Millionen notwendig. Die Summe, die Lonnerstadt danach noch auf der hohen Kante hat, schrumpft dadurch auf knapp 54 000 Euro. Aber bereits im nächsten, vor allem aber im Jahr 2023 soll sich der Rücklagentopf wieder füllen. Ende 2023 möchte die Gemeinde wieder mehr als eine halbe Million im Sparstrumpf vorfinden.

Im vorliegenden Etat fließt der größte Batzen der Finanzmittel in den Umbau und die Erweiterung des Kindergartens. Zusammen mit dem Provisorium in der alten Schule sind dafür mehr als zwei Millionen im Haushalt vorgesehen. Mit 429 000 Euro steht noch einmal die Beteiligung an der Kläranlage Höchstadt zu Buche. Auf lange Sicht werden sich die Städtebausanierung, Wassermaßnahmen und Abwasserbeseitigung im Haushalt der Marktgemeinde niederschlagen.

Die Schulden der Marktgemeinde , zum Jahresende 2021 bei 952 Euro pro Kopf der 2081 Einwohner, sollen bis 2024 auf 680 Euro abgebaut werden.