Der Stadtrat Manfred Welker von den Freien Wählern hat den Antrag seiner Fraktion auf Neubewertung der Verkehrsprojekte von Herzogenaurach jetzt in einer Pressemitteilung begründet. Wie berichtet, fordern die Herzogenauracher Freien Wähler ein Gesamtverkehrsgutachten für Herzogenaurach . In der Sitzung des Stadtrats am kommenden Donnerstag steht dieser Punkt auf der Tagesordnung .

In Herzogenaurach stehen laut Welker derzeit mehrere weichenstellende Entscheidungen zur Verbesserung der Verkehrssituation der Stadt an, die sich ergänzen, aber auch gegenseitig beeinflussen oder ausschließen könnten. Nach Ansicht der FW-Fraktion sind die bisherigen Annahmen und Entscheidungsgrundlagen - teils noch aus dem Jahr 2005 - insbesondere der Stadt-Umland-Bahn und der Südumgehung überholt. Sie seien ungeeignet für eine realitätsbezogene Bewertung kaum revidierbarer "Jahrhundert-Entscheidungen". Eine Studie zur Machbarkeit der Aurachtalbahn, die laut Stadtratsbeschluss vom Juni bald in Auftrag gegeben werde, beruht laut Welker auf einer aktuelleren Datenbasis, was im Ergebnis eine vergleichende Betrachtung nicht zulasse.

Der Antragsteller verweist auch auf die zukünftige Entwicklung aller öffentlichen Haushalte, auch von Herzogenaurach . Der Etat werde aus heutiger Perspektive sicherlich wesentlich negativer als in den letzten Jahren ausfallen. Außerdem sei für ihn erkennbar, dass die aktuelle Pandemie auch zu langfristigen Veränderungen in der Arbeitswelt aller Arbeitgeber führen wird, nicht nur die der Großunternehmen Adidas , Puma und Schaeffler. Welker: "Das muss zu noch nicht quantifizierbaren Verschiebungen in den Verkehrsflüssen führen." Und weiter behauptet er wörtlich: "Die offensichtlich zu erwartenden, noch nicht quantifizierbaren Auswirkungen der bereits beschlossenen Machbarkeitsstudie der Aurachtalbahn auf die Südumgehung wird nach Fertigstellung mit Sicherheit zu einer auf aktuellen Fakten bezogenen Neubewertung führen. In dieser Phase einer ganzheitlichen Neubewertung aller aktuellen Planungen mit dem Ziel einer konsistenten, übergreifenden Gesamtsicht dürfen daher bis zur endgültigen Vorlage belastbarer, aktueller Fakten bezüglich der Aurachtaltrasse/Südumgehung keine nicht revidierbaren, mit Kosten verbundenen Schritte zur Realisierung der Südumgehung eingeleitet werden."

Die Umsetzung der Ergebnisse einer Neubewertung bedürfe daher eines neuen Stadtratsbeschlusses. red