Die Amphibienwanderung hat begonnen, teilt die BN-Kreisgruppe Höchstadt-Herzogenaurach mit. Die warme Witterung, die durch den Klimawandel immer früher einsetze, setzt die Helfer immer wieder unter gehörigen Druck, heißt es. Frösche und Kröten wollen immer früher zu ihren Laichgebieten.

Leider habe es heuer wegen Corona, Homeoffice, Krankheit und zuletzt Sturmschäden Verzögerungen in der amtlichen Freigabe zur Sammelerlaubnis gegeben, wird weiterhin berichtet. Dadurch sei in den letzten Tagen etwas Hektik ausgebrochen. „Dankbar sind wir daher dem Kreisbauhof und den Gemeindebauhöfen, dass sie momentan alles möglich machen, um die notwendigen Schutz-Zäune in kurzer Zeit aufzustellen“, stellt der Kreisvorsitzende Helmut König fest.

Mehr als 60 Helfer hat der BN wieder organisiert, um den Amphibien über die Straße zu helfen. „Wer sich beteiligen will und in der Nähe eines Übergangs wohnt, kann sich per Mail hoechstadt-herzogenaurach@bn.de bei mir melden“, ergänzt Andrea Wahl, die Geschäftsführerin der BN-Kreisgruppe.

Zum Abschluss der Sammlung entsteht eine umfangreiche Statistik, die am Beispiel der Erdkröten den seit Jahren sinkenden Bestand ausweist. Ausgehend von 13 000 Tieren (2017) waren es zuletzt nur noch 4000 (2021). Auch die Zahlen seltenerer Arten wie Grasfrosch, Teichmolch oder Bergmolch gehen stark zurück.

Appell an Autofahrer

„Bis Ende April muss man auf unseren Straßen mit den Amphibien rechnen oder mit Menschen, die zu deren Schutz in den Morgen- und Abendstunden unterwegs sind. Wir bitten daher darum, an den markierten Übergängen die Geschwindigkeit stark zu drosseln und besondere Vorsicht walten zu lassen“, appelliert Andrea Wahl an die Autofahrer. Helmut König wünscht sich, dass die Krötenrettung im Landkreis an all diesen Strecken auch in Zukunft weitergeht: „Über die Jahrzehnte konnten wir Zehntausende Kröten und Frösche vor dem Verkehrstod retten. Allerdings kommen viele Helferinnen und Helfer in die Jahre. Wir hoffen, dass es überall gelingt, dass die Betreuung der Zäune von Jüngeren übernommen wird. Wer etwas Gutes tun will, ist jederzeit herzlich willkommen, mitzuhelfen.“

Für den Schutz der Amphibien, die aufgrund ihrer schnell austrocknenden Haut auf Feuchtigkeit angewiesen sind, müssen die Gewässer im Landkreis geschützt oder renaturiert und feuchte Wiesen und Weiden erhalten werden, erinnert Andrea Wahl. „Viele Amphibien können wir vor dem Straßentod retten. Aber das hilft langfristig nur, wenn auch ihre Lebensräume erhalten werden.“

Der Bund Naturschutz bittet daher alle Autofahrer in den kommenden Wochen um besondere Vorsicht und Rücksichtnahme. red