Seit kurzem ist es amtlich: Die traditionelle Karpfenteichwirtschaft ist als immaterielles Kulturerbe in die Liste der Unesco eingetragen. Dies verbucht die Fischereiliche lokale Aktionsgruppe (FLAG) Aischgrund als Erfolg für sich, welche die Bewerbung um die begehrte Auszeichnung kofinanzierte. Nun erhoffen sich Steuerungsgruppe und Landratsämter positive Impulse für Landwirtschaft und Tourismus, wie bei einer Pressekonferenz im Höchstadter Institut für Fischerei deutlich wurde.

„Wir hatten eine Delegation aus Fernost zu Gast hier in Höchstadt“, erinnert sich Martin Oberle, „die Kollegen betonten, es sei bei ihnen zu Hause nirgends so schön wie hier um unsere Weiher. Das habe ich für übertriebene Höflichkeit gehalten.“ Bei einem späteren Gegenbesuch musste der Leiter der Höchstadter Außenstelle des Instituts für Fischerei dann aber etwas anderes erkennen. „Dort gibt es weit und breit keine Wasservögel. Die Artenvielfalt ist lange nicht so ausgeprägt wie bei uns. Ländliches Idyll sucht man dort vergebens“, berichtete Oberle.

Doch das, was die Lebensqualität im Aischgrund ausmache, komme nicht von ungefähr. „Es ist vielmehr die Art und Weise, wie wir seit Jahrhunderten im Einklang mit Tier und Natur leben. Nicht umsonst heißt es, der Karpfen prägt unsere ganze Region“, ergänzte Gerald Brehm . Deshalb, so der Vorsitzende von Karpfenland Aischgrund und der angegliederten FLAG, habe man schon seit Jahren auf die Ernennung zum immateriellen Kulturerbe hingearbeitet.

Spende der Sparkasse

Der Eintrag in die Unesco-Liste stellt die Teichwirtschaft der Region nicht unter Denkmalschutz. „Nun müssen vor Ort weitere Maßnahmen ergriffen werden, um einen Mehrwert für unsere Heimat zu erzielen“, ist sich der Vereinsvorsitzende bewusst. Die Sparkasse stellt als Starthilfe für Projekte vor Ort eine Spende von 2000 Euro zur Verfügung. enz