"Sich was einfallen lassen, statt was ausfallen lassen. Anpacken statt einpacken", lautete das Motto der katholischen Seelsorge in Höchstadt für die weihnachtliche Feiertagsarbeit im Corona-Modus. Als einen "win-win-Effekt" bezeichnete Stadtpfarrer Kilian Kemmer das Sammelergebnis der unterschiedlichen Kollekten in der Weihnachtszeit.

Denn mitten in der Pandemie kam ein neues Rekordergebnis zustande. Über 8000 Euro spendeten die Menschen in den Weihnachtsgottesdiensten am Marktplatz für die Corona-Hilfe zugunsten der Armen in Lateinamerika, besonders im Amazonas-Gebiet. Die brasilianische Regierung vernachlässigt dort Prävention und Impfung gerade in den entlegenen Regionen des Landes, wo es indigene Ureinwohner gibt. "Hierüber würde sich wohl einer der bekanntesten Höchstadter besonders freuen: Ritter von Spix, der in diesen Gebieten im 19. Jahrhundert seine naturwissenschaftlichen Expeditionen durchführte", sagte Kemmer.

28 800 Euro kamen bei der Sternsingersammlung für Kinder in den Kriegsgebieten der Ukraine zusammen. 4000 Euro ergaben die Sternsingersammlungen in Gremsdorf und Sterpersdorf. Für das Ehepaar Lukas und Martina Schwägerl gab es trotz der ganzen anderen Aktionen nicht weniger Arbeit. Für mehr als 5000 Haushalte wurden die selbstklebenden Segenssprüche für die Haus- und Wohnungstüren mit einer Grußkarte und einem Spendenaufruf zusammengepackt.

35 493 Euro kamen zusammen

Über 100 Tandems verteilten Anfang Januar den Segen der Kirche für das Neue Jahr. Den Verantwortlichen war es wichtig, tatsächlich den Segen zu bringen, statt ein Päckchen abholen zu lassen. "Die Menschen schätzten das sehr", hob Kemmer hervor. Mit einem solchen Ergebnis rechneten weder er, noch Lukas und Martina Schwägerl. Mit den knapp 600 Euro, die im Rahmen der Kindermette an der Lourdesgrotte zu Weihnachten für verwaiste Straßenkinder in Bolivien gesammelt wurden, konnte Ute Auinger von der Buchhaltungsverwaltung der Pfarrei insgesamt 35 493 Euro an die verschiedenen Hilfsorganisationen weiterleiten.

Die Dankbarkeit in der Pfarrgemeinde ist groß angesichts dieser Spendenfreudigkeit. Noch größere Freude wird bei den Adressaten der Spenden herrschen. Der Einsatz, der große Flexibilität hinsichtlich des Infektionsschutzes abverlangte, hat sich gelohnt. LM