Zum Bürgerentscheid zur Südumfahrung und zur Reaktion der Befürworter im FT vom Dienstag: „147 Stimmen gaben den Ausschlag“:

Hört und liest man die Aussagen von SPD/CSU/JU nach dem Bürgerentscheid zur Südumfahrung, muss man sich um die Umsetzung des Wählerwillens sorgen. Zwar wird die Niederlage „formal“ anerkannt, aber es gibt stets ein großes „Aber“. Da wird gesagt, „Die Abstimmung ist nicht eindeutig“, „Die Abstimmung ist sehr knapp“, „Man wird sehen, was in einem Jahr ist“, usw.

Fakt ist, es wurde gewählt und die Südumfahrung soll nicht kommen! Wer in der Demokratie eine Stimme mehr hat, gewinnt und bestimmt. Das Votum ist eindeutig!

Schaut man sich die Wahl genau an, ist sie vor allem viel eindeutiger als von SPD/CSU/JU dargestellt. Die klar zu verstehende Frage, nämlich ob alle Maßnahmen zum Bau der Südumfahrung eingestellt werden sollen, wurde deutlich mit 55,05 Prozent und damit mit 731 Stimmen Vorsprung gewonnen. Ebenso wurde die Stichfrage mit 50,97 Prozent und mit 147 Wählerstimmen gewonnen.

Dass eine Stichfrage überhaupt notwendig wurde, ist einzig im taktischen Verwirrspiel von SPD/CSU/JU mit dem Ratsbegehren „gegen“ das Bürgerbegehren begründet. Den Wahlausgang jetzt damit infrage zu stellen, dass die Wahl für die Bürger teils verwirrend war und einige die Stichfrage nicht beantwortet haben, ist eine absolute Frechheit.

Vielmehr sollten sich die drei Parteien endlich fragen, ob sie beim Thema Südumfahrung wohl falsch liegen. Wieso haben sich so viele ihrer Wähler gegen sie gewendet? Vielleicht weil die Wähler mittlerweile verstanden haben, dass sich Umwelt- und Mobilitätspolitik ändern müssen und dass endlich gehandelt und nicht nur geredet werden muss?

Peter Simon

Herzogenaurach