Herzogenaurach  — Am Ostermorgen wurde in der Herzogenauracher Pfarrkirche St. Otto die Auferstehungsfeier begangen. Die Feier, die coronabedingt um 6 Uhr morgens begann, war gut besucht. Begleitet von sechs Ministranten, zelebrierte Kaplan Tobias Löffler, der auch die Predigt hielt, den Gottesdienst .

Auf dem Kirchenplatz war das Osterfeuer entzündet worden, Kaplan Löffler nahm zunächst die Weihe des Feuers vor, bevor er an diesem Osterfeuer die Osterkerze und die Kohlen für das Weihrauchfass entzündete.

Danach wurde die brennende Osterkerze mit dem dreifachen Ruf "Lumen Christi " in das Gotteshaus hineingetragen. Dadurch gelangte das Licht in die St.-Otto-Kirche, beim Weg durch das Kirchenschiff entzündeten die Gläubigen ihre mitgebrachten Kerzen an dieser Osterkerze, sodass der Raum sich allmählich aufhellte. Eine einzige Kerze brach die Macht der Dunkelheit. Nach der Prozession durch die Kirche wurde die Osterkerze auf ihrem Ständer beim Altar gestellt. Das "Lob der Kerze" trug Alexander Ort in Liedform vor, der auch die Orgel spielte.

Der Schöpfungsbericht aus dem Buch Genesis war der Inhalt der ersten Lesung, die zweite Lesung aus dem Buch Exodus hatte den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten zum Inhalt. Die dritte Lesung aus dem Buch Ezechiel thematisierte die Verheißung an das Volk Israel.

Darauf ertönte das Gloria, die Glocken verkündeten der ganzen Stadt die Osterbotschaft und die Orgel ertönte wieder zum ersten Mal, nachdem sie mit dem Gründonnerstag verstummt war.

Löffler trug das Evangelium zur Auferstehung nach Markus vor, die drei Frauen kamen am Ostermorgen zum leeren Grab Jesu . Im Anschluss daran predigte er zu den Gläubigen .

Ostern könne man "im neuen Licht des Lebens sehen", so Löffler. Dazu zählen die Kerzen, das Morgenlicht leuchtet auf, am Altar steht Osterlicht. Es kommt Freude auf, wenn das Halleluja erklingt, aber oft ist am Abend alles wieder beim Alten. Dazu trügen auch die aktuellen äußeren Umstände bei. "Ich bin am Limit in dieser Zeit", sagen viele.

Daher sei die Sehnsucht ist groß, einen neuen Lebenszweig ohne Brüche zu haben. Denn auch nach der Erneuerung durch Ostern kämen nach einer gewissen Zeit die alten Brüche in unserem Leben zurück. Man könne auch sagen: "Ich bin wie die Frauen am Grab, gefangen in meinen Brüchen." Denn Jesus geht voraus nach Galiläa, wo alles seinen Anfang nahm.

Löffler predigte: "Aber was ich in der Dunkelheit nicht sehen konnte, sehe ich im Licht von Ostern , feine Fasern halten den Lebensweg zusammen. Gottes Verbindung mit uns hält über den Tod hinaus."

Mit den Worten: "Es ist kein neues Licht, aber ich darf es immer wieder im Licht von Ostern mit betrachten" beendete Löffler seine Predigt .

Da es zu Zeiten des frühen Christentums der Brauch war, nur einmal im Jahr, nämlich in der Osternacht, das Sakrament der Taufe zu spenden, wird alljährlich zu diesem Termin das Taufwasser geweiht.

Im Gottesdienst waren auch die Osterkerzen für St. Elisabeth in Hammerbach und die Kapelle in der Reha-Klinik geweiht worden. Die Verantwortlichen brachten sie an ihren Bestimmungsort. Der Gottesdienst schloss mit der Speisenweihe.

An ihren Sitzplätzen hatten die Gläubigen ihre geschmackvoll arrangierten Körbchen stehen, die mit Eiern, Salz, Bort, gebackenen Osterlämmern und Fleisch gefüllt waren.

An den Kirchentüren wurden für die Gläubigen geweihte Eier bereitgehalten.