Eine Gitarre und er als Musiker. Mehr brauchte Wolfgang Buck nicht bei seinem Konzert in der Herzogenauracher Stadtpfarrkirche. Mit den Worten: „Ich wär dann do – viel Schbass und viel Vergnügn!“ führte er sich selber ein. Außerdem hatte er eine Anregung für die Zuhörer auf Lager: „Ned schbarn – a ned beim Abblaus!“

Der Vorstellung eines protestantischen Pfarrers entspricht er nicht, wenn Wolfgang Buck die Bühne betritt, sich mit dem Publikum unterhält und seine Songs zum Besten gibt. Seine Texte trägt Buck in fränkischer Mundart vor, und da er 1958 in Puschendorf geboren wurde, klingen seine Texte für die Ohren der Herzogenauracher Zuhörer sehr vertraut. „Ich bin im Sommer mit dem Fahrrad ins Freibad nach Herzogenaurach gefahren“, erinnerte er sich außerdem. Aufgewachsen im Landkreis Fürth, lebt er inzwischen bei Bamberg.

Die Besten und die Größten

Mit feinsinniger Beobachtungsgabe erkennt er die Besonderheiten des fränkischen Alltags, wenn am Samstagmorgen mit Flex und Rüttelplatte in der Nachbarschaft hantiert wird oder die Zucchini, die in Italien zart und klein für die Küche verwendet werden, als 13 Pfund schwere grüne Bomben vor dem Pfarrhaus deponiert werden, heimlich wohlgemerkt. Denn die Deutschen wollen immer die Besten und Größten sein.

Ein wichtiges Thema für ihn ist das gute Essen in Franken . Dazu passt natürlich ein Küchengespräch, das überall in Franken stattfinden könnte: „Dir schmeggds ned, soch bloß, dir schmeggds ned, ist des der Dang?“ Eigentlich bräuchte man im August gar nicht in andere Länder fahren, denn man habe in Franken , was man brauche: nur Gutes zum Essen und zum Trinken – und Schatten. Außerdem: Was hilft es, wenn man gesund lebt, um 20 Jahre älter zu werden, und dann von einem Auto überfahren wird?

Eingebettet in sein Programm ist auch eine kleine Sprachkunde. „Ich wär dann da“ heißt auf Fränkisch: „Ich bin da, aber ich mach nicht so viel Gschiss drum.“

Franken als Flüchtlingskinder

Mit der Bemerkung „Wir sind Flüchtlingskinder “ bringt Buck in Erinnerung, dass die Franken ein Produkt aus durchziehenden Kroaten, napoleonischen Soldaten, Oberschlesiern, Donauschwaben etc. seien. Vor allem die Neuzugezogenen aus dem Sudetenland und Schlesien sprächen Fränkisch mit einem interessanten Akzent. Und das beste Fränkisch spreche sein türkischer Gemüsehändler.

Interessant werde es vor allem dann, wenn der Franke in der Fremde ist und versucht, hochdeutsch zu reden, das D zum T wird und besonders die Wortenden betont werden.

Auch ein Zahnarztbesuch wird bei Buck zu einem lustigen Erlebnis und animiert die Zuhörer sogar zum Mitsingen: „Wenn’s weh dud, sogn sis fei!“ Ein mindestens genauso großes Problem ist, dass man während der Behandlung dem Zahnarzt zuhören muss und kaum etwas dagegen sagen kann. Irgendwie kann man Buck nicht beschreiben, man muss ihn ganz einfach erleben.

Buck hat evangelische Theologie studiert und als Pfarrer in Trabelsdorf bei Bamberg gewirkt. Songs im fränkischen Dialekt schreibt er seit 1983, die ersten Konzerte starteten 1987. Die Gründung der Wolfgang-Buck-Band erfolgte 1992. In der Formation ist die Gitarre sein Instrument, mit dem Spielen hat er bereits 1972 begonnen. Da die ursprüngliche Nebenbeschäftigung immer mehr Zeit und Raum einnahm, hat er sich von seinem Wirken als Pfarrer beurlauben lassen und tourt durch die Region.

Im Lauf der Jahre erwarb er sich eine treue Fangemeinde, auch nach Herzogenaurach waren zahlreiche Interessenten gekommen. Sein aktuelles Programm „Des Gwärch & des Meer“ ist 2018 erschienen.

Fast ist man versucht, mit den Worten des Nürnberger Mundartdichters Benedict Wilhelm Zahn (1738 bis 1819) Buck als „Baiderla af alli Subbm“ zu titulieren, er war mit dabei in Kloster Banz , beim Bardentreffen in Nürnberg, bei Treffen in Würzburg und Bamberg, aber auch in Berlin und Frankfurt a.d. Oder. Er war schon zu auch Gast bei Werner Schmidbauer und Martin Kälberer. Wobei sein Schwerpunkt natürlich in Franken liegt. Für sein Wirken hat er diverse Preise erhalten, den Frankenwürfel 2006 oder den Wolfram-von-Eschenbach-Kulturförderpreis des Bezirks Mittelfranken im Jahr 2008.