Der Ortsverband Bündnis 90/die Grünen wehrt sich dagegen, dass alle Haushalte verpflichtet werden, eine braune Tonne vorzuhalten. Die Grünen setzen sich laut einer Stellungnahme „für eine ökologische und angemessen kostengerechte Lösung des Problems“ ein.

Die Behandlung kompostierbarer Abfälle sei mit hohen Kosten verbunden und trage durch deren Transport zu einer schlechten CO2CO2-Bilanz bei. Nun seien diejenigen in Kritik geraten, die zwar keine braune Tonne bezahlen, aber dennoch die Möglichkeit der kostenlosen Anlieferung von Grüngut in der Kompostieranlage nutzen. Viele taten das, ohne zu wissen, dass es nur den Haushalten zusteht, die die braune Tonne besitzen.

Nicht doppelt bevorteilen

Wer sein Grüngut auf dem eigenen Grundstück kompostiert und auf eine braune Tonne verzichtet, erhält eine 20-prozentige Ermäßigung auf die Abfallgebühren . Diese Nutzer stoßen genauso wie die Nutzer der braunen Behälter regelmäßig an ihre Grenzen, zum Beispiel wenn viel Schnittgut anfällt. Und so fahren die einen wie die anderen das Material zur Kompostieranlage.

Bei der nun aufgetretenen Gerechtigkeitsdebatte wird aber eine dritte Fraktion nicht berücksichtigt: Die Haushalte, die keinen Garten haben und eine Bio-Tonne haben müssen. Sie zahlen die gleichen Gebühren wie die Gartenbesitzer , denen es gestattet ist, Grüngut kostenlos abzugeben. Sicher sei, so die Grünen in ihrer Stellungnahme weiter, „dass Selbstkompostieren ökologischer ist, als Bioabfälle durch die Gegend zu fahren – egal ob von einem professionellen Kompostierunternehmer oder einzelnen Privatleuten“.

Kostengerechtigkeit gefordert

Das Ziel der Grünen lautet daher Kostengerechtigkeit. Zunächst müssten Zahlen vorgelegt werden: Welchen Kostenanteil hat das Bereitstellen, Säubern und Entleeren der Biotonnen und welchen Anteil der Betrieb der Kompostieranlage? Und wie teilen sich die Kosten beziehungsweise Mengen der Kompostieranlage auf Bioabfälle aus Biotonnen, aus gewerblicher, kostenpflichtiger Anlieferung, aus privater, kostenpflichtiger Anlieferung in Anhängern und aus privater, kostenloser Anlieferung in Kleinmengen auf? red