Mit dem fränkischen Marienlied "O himmlische Frau Königin" und den Worten des Erzbischofs "Bleiben Sie gesund und hoffnungsvoll" endete am vergangenen Donnerstagabend der Trauergottesdienst der Erzdiözese Bamberg in der Höchstadter Stadtpfarrkirche St. Georg für den in Misdroy an der Ostsee im Alter von 75 Jahren verstorbenen Priester Marian Wittlieb.

An der Orgel saß Reinhard Döring, zusammen mit Georg Römer (Saxofon) ließen beide stimmungsvoll ein vom Verstorbenen besonders geliebtes Stück "Wie sie so sanft ruhn" und das Largo von Händel erklingen. Da ja zu Coronazeiten kein Volksgesang erlaubt ist, übernahmen dies Diakon Georg Paszek, die Pastoralreferentin Monika Urbasik und Pfarrer Kilian Kemmer sehr bewegend. Neben dem Erzbischof waren noch Weihbischof Herwig Gössel, die Domkapitulare Martin Emge und Dr. Josef Zerndl, sowie Pfarrvikar i.R. James Nangachiveetil anwesend. Auch Bürgermeister Gerald Brehm (JL) mit Gattin Maria war unter den Trauergästen.

Lebensweg erzählt

Vor dem Pontifikalrequiem verlasen Karola dos Reis Goncalves, die Pfarrgemeinderatsvorsitzende, den Lebensweg des Verstorbenen und Kirchenpflegerin Tanja Schwägerl das Kondolenzschreiben der Pfarreien. In seiner Predigt ging der Erzbischof auf Marian Wittlieb ein, der wie Bischof Otto von Bamberg (1189 heiliggesprochen), auch ein Brückenbauer war. Bischof Otto baute Brücken zwischen dem Frankenland und Pommern und Marian Wittlieb bemühte sich um die deutsch-polnische Aussöhnung nach dem Zusammenbruch des Kommunismus in seinem Heimatland.

Die Partnerschaft zwischen den Bistümern Stettin und Bamberg sowie die Pfarreienpartnerschaft zwischen Höchstadt und Swinemünde ist ebenfalls ein Ergebnis seiner vielfachen Bemühungen. Marian Wittlieb war Ehrendomherr von Bamberg und Domkapitular in Stettin. "Er war uns im Erzbistum sehr verbunden und besonders mit Höchstadt", so der Erzbischof . "Deshalb ist es sinnvoll und angebracht, das Requiem, das wir für jeden Bamberger Domherrn feiern, hier in Höchstadt zu begehen." Er bedankte sich bei Stadtpfarrer Kilian Kemmer , dass er die Initiative ergriffen und diesen Gottesdienst mit vorbereitet hat. "Bei Jesus finden wir das Leben. Er zieht uns mit den Banden der Liebe an sich, um uns das Leben in Fülle zu geben, hier auf Erden und in der Ewigkeit des Himmels." Das sei die tröstliche Botschaft der Fastenzeit, die uns auf Ostern vorbereitet, damit wir in Jesus Christus dem Gekreuzigten und Auferstandenen das Leben finden. Mit den Worten "Uns lädt der Verstorbene vom Himmel her ein und verpflichtet uns, zu Jesus zu kommen und bei ihm zu bleiben im Glauben, damit wir in Jesus Christus das ewige Leben haben", endete seine Predigt.

"Ein sehr stimmungsvoller Gottesdienst ", so der Höchstadter Hermann Proksch tief beeindruckt. Er kannte den Verstorbenen von den vielen Pfarrwallfahrten her sehr gut und hatte ihn auf seiner Radltour mit Freunden rund um Deutschland im Juli 2016 zum letzten Mal persönlich in Misdroy getroffen.