Am gestrigen Mittwochmorgen riefen Betrüger mehrere Senioren in Westmittelfranken an und versuchten, sie zu einer Geldübergabe zu überreden. Das Polizeipräsidium Mittelfranken warnt eindringlich vor dieser Betrugsmasche . Mehrere Geschädigte meldeten sich gestern bei der Polizei und zeigten die Betrugsversuche an, die stets nach dem gleichen Muster abliefen.

"Dr. Wagners" Märchenstunde

So klingelte in Feuchtwangen das Telefon bei einer Frau. Es meldete sich ein angeblicher "Dr. Wagner vom Krankenhaus Dinkelsbühl" mit einer schockierenden Nachricht: Der Sohn der Angerufenen liege aufgrund einer Corona-Erkrankung im Klinikum. Der Verlauf der Krankheit sei sehr schlecht.

Die Angerufene war überrascht - schließlich lebt ihr Sohn in einer weit entfernten Stadt. Als sie den Namen des Sohnes vom angeblichen "Dr. Wagner" hören wollte, konnte ihr dieser keine Auskunft dazu geben und beendete das Gespräch.

Bei anderen betrügerischen Anrufen wollte der falsche Arzt 25 000 Euro für einen angeblich erforderlichen Helikopterflug des erkrankten Angehörigen. Auch in diesem Fall bemerkten die potenziellen Opfer den Betrug und fielen nicht auf die Masche herein. Es ist jedoch damit zu rechnen, dass weitere Anrufe in Westmittelfranken erfolgen werden. Die Kriminalpolizei hat in allen Fällen die Ermittlungen aufgenommen.

Aufgrund des vorgetäuschten Bezugs zum Krankenhaus Dinkelsbühl geht die Polizei davon aus, dass in Dinkelsbühl oder der näheren Umgebung bereits ein Geldabholer der Bande bereitsteht, um schnell Wertgegenstände von Geschädigten entgegennehmen zu können.

So kann man sich schützen

Das Polizeipräsidium Mittelfranken warnt die Bevölkerung in Westmittelfranken eindringlich vor der Betrugsmasche und gibt Hinweise, wie man sich davor schützen kann:

?  Seien Sie bei derartigen Anrufen stets misstrauisch! Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen und beenden Sie das Telefonat möglichst sofort.

?  Geben Sie am Telefon grundsätzlich keine vertraulichen Informationen weiter. Dies betrifft vor allem Angaben zu Ihren Vermögensverhältnissen oder dem Aufbewahrungsort von Schmuck und Bargeld.

?  Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an Personen, die Ihnen unbekannt sind. Hinterlegen Sie keine derartigen Sachen für unbekannte Abholer!

?  Melden Sie verdächtige Anrufe umgehend der Polizei . Scheuen Sie sich nicht davor, den Polizei-Notruf unter der Telefonnummer 110 zu wählen!

Videoclip des Polizeipräsidiums

Die Betrugsmasche "Schockanrufe" wird auch in einem Videoclip des Polizeipräsidiums Mittelfranken erklärt, der unter https://fb.wat zu sehen ist. Am Ende des Videos finden sich weitere Hinweise, wie Geschädigte sich vor diesen Betrügereien schützen können. pol