Großenseebach — Am Feiertag Maria Himmelfahrt wurden in den Gottesdiensten der katholischen Pfarrkirchen in Herzogenaurach Kräutersträuße geweiht. Der Überlieferung nach fanden die Apostel nach dem Tod Mariens in ihrem Grab nur noch wohlriechende Kräuter vor. Darauf soll der Brauch der Kräuterweihe an diesem Feiertag zurückgehen.

Pater Michael Moison MSFS feierte in Herzogenaurach den Vorabendgottesdienst. In seiner Predigt führte er aus, dass die Kräuter Heil und Gesundheit bringen sollen. In früheren Zeiten handelte es sich bei den Kräutern um die Schatzkammer der Natur, sie brachten Hilfe gegen viele Krankheiten. Die Segnung der Kräuter am Ende der Meßfeier sei ebenso sinnvoll. Durch die Weihe würden die Heilkräuter in Verbindung mit Gott gebracht, der als Einziger unser Leben heil machen könne.

Büschel zum Verkauf

Das Fest Maria Himmelfahrt ist nach Pater Moison ein Erinnerungszeichen Gottes für die Menschen. Daran könne ersehen werden, wie viel uns Gott bereits hier auf der Erde von seiner Gnade schenke. In Herzogenaurach hatte Mitglieder des Katholischen Deutschen Frauenbunds am Freitag aus Garten- und Feldkräutern die Sträuße gebunden, die er weihte. Nach den Gottesdiensten konnten diese etwa zweihundert Wurzbüschel von den Gottesdienstbesuchern erworben werden. Das eingenommene Geld wird wieder für die Belange der Pfarrei verwendet.

Ende der Unterbrechung

Nach einem Jahr Unterbrechung konnten in Großenseebach heuer wieder Wurzbüschel durch Mitglieder der Seebesgründer Trachtengruppe für Gottesdienstbesucher am Feiertag Maria Himmelfahrt angeboten werden.

Neun Frauen und ein Mann waren in den Fluren unterwegs, um die Kräuter zu sammeln. Wobei das regnerische Wetter für eine gute Ausbeute sorgte: „Der Odermennig war heuer wie hingesät!“, so Paulus, „aber die Osterluzei wird selten.“

Caecilia Paulus erklärt: „Dazu kommen noch Gartenkräuter wie Bohnenkraut, Salbei und Zitronenmelisse.“ 27 Kräuter sind in jedem einzelnen Büschel zusammengebunden. Die Anzahl muss durch drei teilbar sein, um an die Heiligste Dreifaltigkeit zu erinnern. In der Michaelskirche in Großenseebach nahm Pater Claus Bayer die Segnung der Kräuter im Gottesdienst vor. Die Wurzbüschel waren bereits vor dem Gottesdienst im Nu an die Frau bzw. den Mann gebracht. Das Geld soll für Belange der Michaelskirche verwandt werden.