Die beiden bayerischen Naturforscher Johann Baptist von Spix und Carl Friedrich Philipp von Martius unternahmen im Auftrag des Königs Maximilian I. von 1817 bis 1820 eine Aufsehen erregende Expedition durch Brasilien. Der aus Höchstadt stammende Spix war Zoologe , begründete die heutige Zoologische Staatssammlung München (ZSM) und veröffentlichte wertvolle Werke über die Tiere von Brasilien. Der aus Erlangen stammende, etwas jüngere Martius war Botaniker , wurde später Direktor des Botanischen Gartens und ist unter anderem durch sein Werk über die Palmen „Historia Naturalis Palmarum“ bekannt geworden.

Die beiden Forschungsreisenden brachten nicht nur unzählige präparierte Tiere und getrocknete Pflanzen nach München, sondern auch viele Gegenstände von indigenen Völkern. Ihre Sammlungen bildeten nicht nur den Grundstock der zoologischen und botanischen , sondern auch der völkerkundlichen Sammlungen Bayerns.

Nur einige Monate überlebt

Auch zwei Indianerkinder wurden mitgebracht, ein Mädchen und ein Bub im Alter von 13 oder 14 Jahren. Die beiden Kinder stammten aus verschiedenen Völkern und konnten deshalb nicht einmal miteinander sprechen. Ihre eigentlichen Namen sind nicht bekannt, gerufen wurden sie „Juri“ und „Miranha“, was aber in Wirklichkeit die Namen ihrer Indianervölker waren, wie aus einer Pressemitteilung der ZSM hervorgeht. Sie wurden auf die Namen „Johannes“ und „Isabella“ getauft und sollten im christlichen Glauben erzogen werden. Die beiden waren in München Tagesgespräch, wurden von der Bevölkerung bestaunt und von der Familie des Königs empfangen. Sie haben in München allerdings nur einige Monate überlebt. Eine Gedenktafel im Münchner Stadtmuseum erinnert heute noch an ihr trauriges Schicksal.

Warum haben die beiden Naturforscher die Kinder mitgebracht? Wie sind sie zu den beiden Kindern gekommen? Woran sind sie gestorben? Diese und andere Fragen beleuchtet Klaus Schönitzer, der die Geschichte ausgiebig recherchiert und eine Biografie über Spix geschrieben hat.

Wegen der aktuellen Kontaktbeschränkungen im Rahmen der Corona-Pandemie findet der Vortrag virtuell über den Online-Service Zoom statt. Hierzu ist vorab eine Anmeldung per E-Mail ab dem 10. Juni an fzsm-zm@web.de nötig. Die Teilnahme ist kostenlos. red