Meister Adebar hat doch noch ein Plätzchen gefunden. Wenn er auch mit einem Konkurrenten heftig darum kämpfen musste. Denn bei der großen Population von Störchen im Aisch- und Ebrachgrund sind gute Plätze mittlerweile sehr gesucht. Da nahm das Weingartsgreuther Storchenpaar eben mit einem hohen Baum vorlieb. Die Linde , einer von zwei Bäumen, die vor dem Portal des von Seckendorff’schen Schlosses stehen, ist aber auch ein prominenter Platz, noch dazu einer, der als Naturdenkmal unter Schutz steht.

Erich Weichlein, Gastwirt vom Landgasthof gegenüber, beobachtet das Treiben seiner neuen Nachbarn oft und gerne. Er weiß auch zu erzählen, dass es zum letzten Mal vor sechzig Jahren einen Storch in seinem Heimatort gab. Damals jedoch auf dem Dach des hinteren Schlosstrakts.

Die beiden Bäume seien aus Sicherheitsgründen vor einiger Zeit stark eingekürzt worden, berichtet Weichlein. Er meint, wegen der guten Einflugmöglichkeiten habe sich daraus ein passender Platz für das Nest ergeben. Wie zu beobachten ist, arbeitet Meister Adebar immer noch an seinem Zuhause. Um es wohnlich zu machen, sieht man ihn mit allerlei Material einfliegen.

Einen anderen Nistplatz hat Fritz Schierer, ebenfalls ein Vogelbeobachter aus Weingartsgreuth , entdeckt: Im Weiher vor dem Schloss hat sich eine Ente ein ungewöhnliches Nest ausgesucht. In der Krone der Weide, die auf der Insel mitten im Weiher wächst, wohnte im vergangenen Jahr noch eine Elster. Jetzt widmet sich dort eine Stockente ungestört ihrem Brutgeschäft.

Erich Weichlein und Fritz Schierer haben wohl recht, wenn sie meinen, Weingartsgreuth sei das reinste Vogelparadies. Auf dem Weiher tummeln sich Graugänse und Enten. Hoch oben in der Luft fliegt ein Turmfalke auf seine Wohnstatt zu, die ihm ebenfalls das alte Schlossgemäuer bietet.