Im Zeitraum von 21. bis 26. Oktober legten Personen in Apotheken in Unterfarrnbach sowie in der Fürther Innenstadt mutmaßlich gefälschte Impfausweise vor, um digitale Impfzertifikate zu erhalten.

Wie die Polizei mitteilt, legten am 21. Oktober zwei Personen unabhängig voneinander mutmaßlich gefälschte Impfpässe bei einer Apotheke in Unterfarrnbach vor. Eine Mitarbeiterin stellte Unregelmäßigkeiten fest. Die Nachfrage in der betreffenden Arztpraxis ergab, dass die Person dort nicht geimpft wurde.

Zwei weitere Fälle ereigneten sich am 22. Oktober und am 26. Oktober in einer Apotheke in der Fürther Innenstadt. Die mutmaßlichen Fälschungen fielen auf, so dass die Zertifikate nicht erstellt wurden. Die betroffenen Apotheken erstatteten Anzeige bei der Polizei . Die Ermittlungen wurden durch das Fachkommissariat der Fürther Kriminalpolizei übernommen. Nach Prüfung des Sachverhalts und Durchführung weiterer erforderlicher Ermittlungen werden die Anzeigen der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth vorgelegt.

Bislang 70 Fälle angezeigt

Im Bereich des Polizeipräsidiums Mittelfranken wurden bislang (Stand: 27. Oktober 2021) knapp 70 gleich gelagerte Fälle zur Anzeige gebracht. Das Vorgehen ist hier jeweils ähnlich gewesen: Die Betreffenden legten einen Impfpass bei den Apotheken vor, der mutmaßlich Fälschungsmerkmale aufweist. Ziel ist es, ein elektronisches Impfzertifikat zu erlangen. Die jeweiligen Apotheken wenden sich im Verdachtsfall an die Polizei , die dann Ermittlungen einleitet.

Eine rechtliche Bewertung bzw. strafrechtliche Einordnung obliegt der jeweils zuständigen Staatsanwaltschaft . Eine höchstrichterliche Entscheidung ist bis dato nicht ergangen, so dass in jedem Fall eine Einzelfallprüfung notwendig ist.

Da es sich bei einem Impfpass nicht um ein gültiges Identitätsdokument handelt, führt die mittelfränkische Polizei eigeninitiativ keine Kontrollen dahingehend durch.

In Fällen, in denen der Polizei der Verdacht einer Fälschung mitgeteilt wird, werden Ermittlungen eingeleitet und der Fall der Staatsanwaltschaft zur Prüfung vorgelegt. red