Die Impfung ist sehr wichtig. Entweder sich impfen lassen, so bald es geht und egal womit, oder krank werden. Professor Dr. Joachim Ficker, Chefarzt am Klinikum Nord in Nürnberg mit Schwerpunkt Pneumologie , gab diese Botschaft an die rund 180 virtuellen Teilnehmer an der 11. Fortbildungsveranstaltung der niedergelassenen mittelfränkischen Ärzte weiter.

Dieses Treffen findet in der Regel im Herzogenauracher Novina-Hotel statt, wo der hiesige Kardiologe Hilmar Dittrich schon seit Beginn Gastgeber ist. Ficker, der in Herzogenaurach wohnt, war schon Gast beim Nürnberger Presseclub und ist gefragter Interviewpartner zum Thema Corona.

Alle Impfstoffe seien in der Lage, das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufes mit Krankenhausaufenthalt weitestgehend zu verhindern. Die Idee, jetzt auf eine Impfung beispielsweise mit dem Astra-Zeneca-Impfstoff zu verzichten, um möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt mit irgendeinem anderen Impfstoff geimpft zu werden, hält er für hochriskant.

Im Augenblick seien in Deutschland noch keine Varianten des Corona-Virus unterwegs, die den Impferfolg einschränken könnten.

Sollten sich solche Varianten in Zukunft weiter ausbreiten, müssten ohnehin alle Bürger eine Auffrischungsimpfung mit einem dann neu zu entwickelnden Impfstoff erhalten, betonte er.

Seine Kolleginnen und Kollegen, die am Computer seinen Worten lauschten, sind ja Multiplikatoren, die das Gehörte an ihre Patientinnen und Patienten weitergeben und Überzeugungsarbeit für eine Impfung leisten können. Ficker berichtete natürlich auch über die aktuellen Strategien zum Management von Asthma und chronisch-obstruktiver Bronchitis/Lungenemphysem (COPD). Bei beiden Krankheitsbildern habe sich die Therapie in den vergangenen Jahren wesentlich verbessert, so dass keine Cortison-Dauertherapie mehr erforderlich sei.

Auch die anderen Referenten, PD Karsten Pohle ( Chefarzt Kardiologie Martha Maria Nürnberg) und Professor Dr. Armin Steinmetz (Fünf Höfe München/Martha Maria), Fachmann unter anderem für Diabetes , kamen an dem Thema Corona nicht ganz vorbei.

Erhöhtes Risiko

So sei eine Corona-Erkrankung für Herzpatienten mit einem erhöhten Risiko behaftet, hinzu kämen "Kollateralschäden" bei durch Covid verunsicherten Patienten , die dringlich notwendige Therapien des Herzens und der Herzgefäße nicht in Anspruch nehmen. "Gerade in Pandemiezeiten sollten HerzKreislauf-Patienten immer auf eine ausreichende Bewegung sowie ausgewogene Ernährung achten", sagte Karsten Pohle.

Diabetes

Ähnliches war von Prof. Dr. Steinmetz in Sachen Diabetes zu hören. Die Behandlungsziele seien individuell mit den Betroffenen festzulegen, denn eine gute Stoffwechseleinstellung schütze auch bei Covid-19-Erkrankungen, für die Diabetiker eine bedeutende Risikogruppe darstellten. Das Erkranken an, aber insbesondere das Überleben einer Covid-19-Infektion hänge von der guten Stoffwechseleinstellung ab. Auch schützten bestimmte Medikamente (DPP4-Hemmer, Metformin und auch das Cholesterin senkende Statin) die Diabetiker während der Erkrankung.

Gute Nerven nötig

Gastgeber Dittrich hatte eingangs betont, dass man derzeit gute Nerven brauche. Als erste Maßnahme empfehle er seinen Patienten das, "was ich selbst tue": Nur die Kurznachrichten für das wirklich Wichtige verfolgen und beim Fernsehen umschalten, wenn Corona erscheint. Neue Filme gebe es ja praktisch überhaupt nicht mehr. Er habe den Eindruck, dass es dafür immer mehr Talkshows gebe.