Die Industriegewerkschaft Bergbau , Chemie, Energie ( IG BCE ) will für die Adidas-Beschäftigten mittels eines firmenbezogenen Verbandstarifvertrags die Zahlung des tariflichen Inflationsgeldes in Höhe von 3000 Euro mit dem Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie verhandeln. „Das lehnt der Verband jedoch ab“, wird nun in einer Pressemitteilung berichtet.

„Die kalte Schulter“

„ Adidas zeigt uns die kalte Schulter und weigert sich, mit uns in Verhandlungen über das tarifliche Inflationsgeld in Höhe von 3000 Euro einzusteigen“, ist Frieder Weißenborn, Verhandlungsführer der IG BCE , empört. Damit breche das Unternehmen einen sozialpolitischen Konsens auf, Sozialpartnerschaft im Tarifgeschäft sehe anders aus. Weißenborn betont: „Die Beschäftigten verdienen und brauchen jetzt schnell Entlastung, um die gestiegenen Energiekosten bewältigen zu können. 3000 Euro werden woanders auch vom Mittelstand aufgebracht!“

8000 Adidas-Beschäftigte

Zusätzlich will die Gewerkschaft Bergbau , Chemie, Energie das Vorziehen der diesjährigen Tarifrunde für die Schuh- und Sportartikelindustrie durchsetzen, um die Beschäftigten schneller von den hohen Lebenshaltungskosten zu entlasten. Auch das lehne der Verband ab. Regulär läuft der Tarifvertrag noch bis zum 31. Juli.

Der DAX-Konzern Adidas fällt unter den Flächentarifvertrag der Schuh- und Sportartikelindustrie. Die 8000 Adidas-Beschäftigten machen den Großteil der 13.000 Beschäftigten der Branche aus. Sie arbeiten sowohl in der Zentrale in Herzogenaurach als auch in den Logistikzentren in Bayern und im niedersächsischen Rieste sowie in den Adidas-Stores.

Adidas hatte seine Prognosen im vergangenen Jahr mehrmals senken müssten. Unter anderem weil der Konzern nach antisemitischen Äußerungen von Kayne West die Zusammenarbeit mit dem Rapper beendet hatte, schreibt die Gewerkschaft weiter.

Gewinnsteigerung erwartet

Dennoch stieg der währungsbereinigte Umsatz des Unternehmens im dritten Quartal um vier Prozent. Für 2023 erwartet der Konzern erneut starke Gewinnsteigerungen , schreibt Isabel Niesmann im Namen der Gewerkschaft. red